Hier die statistische Zusammenfassung unserer Reise:
(Alle Werte gerundet)

17. August bis 03.September 2017

Gefahrene Kilometer:            2.600 Kilometer
davon asphaltiert:              ca. 500 Kilometer
Höhenmeter:                        26.000 Meter
Durchschnittsgeschwindigkeit: 40 km/h
Niedrigster Punkt:                  1.000 Meter
Höchster Punkt:                      2.400 Meter

 


Lage der Mongolei

 

Das ist unsere Reiseroute. Begonnen haben wir rechts oben in der Hauptstadt Ulaanbaatar. Dann ging es zuerst südwärts in die Gobi (=Wüste) und dann wieder zurück in die Berge.
Nur auf dem Ast links oben sind wir eine Strecke von ca 150 Kilometern doppelt gefahren. Der Khorgo Terkhlin Tsagaan Nationalpark (mit See und Vulkan) war diesen Aufwand aber allemal wert.

 

Die Gesamtkilometeranzahl von 2.600 Kilometern scheint auf den ersten Blick nicht so viel zu sein.
Bei der Durchschnittsgschwindigkeit von 40 Km/h (da sind alle Foto-, Pinkel- und Besichtigungspausen schon abgezogen – sonst wäre es ein Schnitt von 7,5 km/h)
ergibt das aber eine Fahrzeit von 5 Stunden täglich.
Mehr muß eigentlich nicht sein oder?

 

WIr können eine Reise in die Mongolei allen –  denen Nähe zur Natur und die Gastfreundschaft der Nomaden wichtiger ist als europäischer Komfort – uneingeschränkt empfehlen.
(Ach ja, lange Fahrten auf holprigen Wegen muß man auch in Kauf nehmen)

Liebe Grüsse
Günter, Lisbeth und Gerhard

 

Freitag, 1.9.2017

Unsere Fahrt ist heute kurz, das Ziel ist der Ugii See.

Auf unserem Weg liegt das von der türkischen Regierung finanzierte Museum Khoshoo Tsaidam, das Funde von zwei alttürkischen Herrschergäbern zeigt.  (Die Türkei sieht hier ihre ethnischen Wurzeln)

Vornehme Jurte mit geschnitzten Holzteilen im Vorgarten des Museums.

 

Auf unserer Fahrt sehen wir den Ugii See und unser letztes Camp Khatan Ugii von weitem in einem Talkessel liegen und wir beziehen die letzten Jurten unserer Reise im Regen.

Zum Mittagessen am See – der Regen hat inzwischen aufgehört – treffen wir die Mitarbeiter unseres mongolischen Reiseveranstalters die aus Ulaanbaatar zu einer Art Betriebsausflug angereist sind. Ausser den drei Damen war auch der Ehemann und das jüngste Kind unserer Köchin Nasaa mit von der Partie.

Spieße auf mongolische Art, Kartoffeln, Reis, diverse Salate, Bier, Wein und natürlich Wodka standen auf der Speisekarte.

Voher hatten wir uns der Aktion Müllsammeln angeschlossen. An den letzten Tagen hatten Willi und ich uns schon über den vielen achtlos weggeworfenen Müll geärgert und uns vorgenommen ein Schreiben an die mongolische Botschaft in Österreich zu schicken. Jetzt können wir uns in unserem Schreiben auf unsere schon geleistete Mithilfe berufen.

Dem Gutmenschen sein genüge getan sind wir noch mit 2 Booten zum Fischen auf den See gerudert. Obwohl wir von 2 Mitarbeitern des Camps kompetente Unterstützung hatten hat es nur zu einigen Ladungen Tang gereicht. Wir hatten bei einem unserer Versuche mehrere Minuten lang den Eindruck einen Fisch an der Angel zu haben – bis die letzte Verbindung der Algen zum Boden gerissen war und wir unseren Fang bewundern konnten.

Gott sei Dank hatte sich das Camp nicht auf unser Angelglück verlassen und schon ausreichend Hechtfilet in die Pfanne gelegt.

 

Eine unserer Jurten hier ist ein echtes Luxusexemplar (ähnlich dem vor dem Museum).  Mindestens 8 Meter im Durchmesser aufs feinste geschnitzte Holzteile, Teppiche und Möbel. Laut Urnaa ein unabsichtliches Upgrade auf eine Jurte für die mongolische HighSociety.

Morgen geht es wieder zurück nach Ulaanbaatar, das sind nochmal 300 Kilometer. Wir melden uns dann nach unserer Shopping Tour in der Hauptstadt wieder.

LG L&G&G

Samstag, 2. und Sonntag, 3.9.2017

Die verbleibenden 300 Kilometer zurück nach Ulaanbaatar waren gar nicht so schlimm. Wir hatten die beste Straße der ganzen Reise, einen Mittagsimbiss an einem Flussufer und Sonne zum richtigen Zeitpunkt.

 

Der Stau am Samstag Nachmittag in Ulaanbaatar war dann schon lästiger. Wir sind über ein altes Industriegebiet ausgewichen, hier hat man gesehen dass der Umstieg von der Planwirtschaft zur freien Marktwirtschaft nicht ohne Probleme war.

Die nachmittägliche Shoppingtour in einem Innenstadtkaufhaus haben Lisbeth und ich dann ausgelassen.
Unseren Bedarf an Souvenieren hatten wir schon in Kharakhorum gedeckt.

 

Hier unser exzellentes Betreuerteam: Naba (Fahrer), Urnaa (Guide), Nasa (Köchin) und Bujandaa (Fahrer).

 

Gruppenaufnahme mit den EXTRATOUR Leuten die uns am Ugii See besucht hatten.

 

Mit dem Rückflug morgen quäle ich Euch nicht, es wird aber noch eine Zusammenfassung mit der gesamten Reiseroute, gefahrene Kilometer und ähnlichen Daten geben.

LG L&G&G

 

Donnerstag, 31.8.2017 – Teil 2

Vom Khorgo Terkhiin Tsagaan nuur Nationalpark, dem NordWestlichsten und höchstem Punkt unserer Reise geht es heute im Eiltempo mehr als 300 Kilometer nach Osten.
Die Ebenen werden immer weiter, das kurz abgefressene Steppengras reicht bis zum Horizont, nur ganz oben auf den Hügeln gibt es Bäume. Man verliert sich fast in dieser Weite.
Die Strasse ist asphaltiert, weist aber einiges an Bodenwellen und Schlaglöchern auf und die wenigen Bergübergänge warten noch auf Ihre Teerdecke.

Unser Ziel ist Karakorum die versunkene Hauptstadt des Dschingis Khan, seiner Söhne und Nachfolger. Nach einem verlorenen Krieg im 14. Jahrhundert wurde die Stadt von den Chinesen “dem Erdboden gleich gemacht”.
In mehreren wissenschaftlichen Kooperationen mit deutschen, russischen, chinesischen und japanischen Universitäten wurde viel Wissen über diese Stadt und ihre Zeit zusammengetragen. Das Karakorum Museum gibt einen guten Überblick, eine Ausgrabungsstätte und eine Tempelanlage auf dem Gelände der alten Hauptstadt runden das Bild ab.

Vier dieser Schildkröten hatten die Stadt nach allen Himmelsrichtungen beschützt.

 

Auf einem Hügel oberhalb der heutigen Stadt Kharkhorin gibt ein Denkmal mit großen Mosaiken einen Eindruck der Ausdehnung der 3 größten mongolischen Dynastien.

 

LG L&G&G

Donnerstag, 31.8.2017 – Teil 1

Heute ist in der Mongolei der letzte Ferientag. Pünktlich am 1. September beginnt nach 3 Monaten Sommerpause die Schule und für die Kinder der Nomaden heisst das zurück von den Weiden ins Wintercamp – in eine Ortschaft in der es eine Schule gibt.

Wenig verwunderlich dass es da heute im ganzen Land Feste für die Kinder gibt. Wir sind an einem solchen Fest vorbeigekommen, haben aber die vielen Kilometer wegen die noch vor uns lagen keine Pause und auch keine Fotos gemacht. Aufgefallen ist uns aber dass einige Kinder auf Ihren Pferden zum Fest geritten sind. Am Abend als wir Urnaa – wie üblich – Löcher in den Bauch gefragt haben, haben wir von den heutigen Pferderennen für Kinder und ihre 1-jährigen Pferde gehört.
Pferderennen mit 7 bis 13 jährigen Kindern als Reiter, die jüngsten Kinder reiten dabei die jüngsten Pferde, sind hier eine wichtige Sache und beim grossen Naadam Fest Mitte Juli gibt es an 3 aufeinander folgenden Tagen 6 solche Rennen:

Daaga            1 jährige Pferde, Distanz 10 Kilometer
Shudlen        2 jährige Pferde, Distanz 15 Kilometer
Hyzaalan      3 jährige Pferde, Distanz 18 Kilometer
Soyolon         4 jährige Pferde, Distanz 20 Kilometer
Ikh nas          5 jährige Pferde, Distanz 25 Kilometer
Azarga           6 jährige Pferde, Distanz 20 Kilometer

Schon die letzten Tage haben wir immer wieder gesehen dass Jurten auf den Sommerweiden abgebaut wurden. Heute konnten wir beim Abbau einer Jurte zusehen und Fotos machen.

Die ganze Jurte findet auf einem KleinLKW (wie ihn viele Nomaden haben) Platz und wird so abtransportiert. Man sieht auch grössere LKWs auf den mehre Jurten abtransportiert und über den Winter eingelagert werden.

Die Frauen der Familie der wir beim Abbau der Jurte zugesehen haben, waren auch mit dem Stechen von Löwenzahn beschäftigt. Die Wurzeln werden gegen Leberzirrhose eingesetzt – ein Mitglied der Nomadenfamilie leidet darunter –  die Blüten als Tee.
LG L&G&G

Mittwoch, 30.8.2017

Die Mongolei ist voll von Glückszahlen, Schutzheiligen und Ritualen. So umrundet man z.B. ein Heiligtum immer im Uhrzeigersinn und da haben wir uns gedacht: Einen Vulkan den umrundet man wohl besser auch im Uhrzeigersinn!

Aber auch heute der Reihe nach:

Die Nacht am See war nicht besonders kalt. Gleich nach dem Frühstück in der Jurte von Gerhard und Lisbeth machen wir uns über den kleinen Paß auf den Weg zum Vulkan.

Der Vulkan ist vor 8000 Jahren ausgebrochen und hat seine Lava Ströme in alle Himmelsrichtungen verteilt. Er ist auch für die Entstehung des Terchijn Zagaan Sees verantwortlich. Der Grosse Weisse See liegt auf 2020 m und ist etwa 16 km lang.

Der Basalt hier hat die unterschiedlichsten Farben, von rot über gelb bis tiefschwarz. Moose, Flechten und sogar Pilze wachsen auf dem Basalt, Kiefern und Zedern erobern die Bereiche mit mehr Erdreich.

Das Wetter ist durchwachsen aber zum Wandern sehr angenehm.

Der Anstieg auf den Vulkan ist mit 400 m nicht sehr lang, die Umrundung ist dann etwas länger.Die ganze Zeit begleitet uns der Hund aus unserem Camp der uns auch schon die ganze Nacht lautstark bewacht hat.

 

Auf dem Rückweg schauen wir noch bei der Höhle vorbei die im Film “Die Höhle des gelben Hundes” eine zentrale Rolle gespielt hat. In der Höhle liegt noch Eis vom letzten Winter.

Am See halten sich auch Möven auf, die berühmten schwarzen Schwäne kommen uns leider nicht unter.

LG L&G&G

Dienstag, 29.8.2017

Heute ist Kilometerfressen angesagt.
Zuerst geht es auf holprigen Wegen über 2 Bergrücken in die Provinzhauptstadt Tsetserleg. Hier warten ein Internetkaffee und ein Markt auf uns.
Auf der geteerten Strasse geht es dann 160 Kilometer bis nach Tariat. Hier ist außer einer Tankstelle auch der Eingang zum Khorgo Terkhlin Tsagaan Nationalpark.  Auf einem üblen Knüppelweg geht es am Khorgo Vulkan vorbei zum Terkhlin Tsagaan See und zu unserem Eco Ger Camp Surtiin Tulga.  (womit der Name des Nationalparks auch gleich erklärt ist)

Was Sutiin Tulga zu einem Eco Camp macht kann ich nicht klären, aber es liegt sehr schön neben dem See und unsere Gastgeber sind ein sehr nettes und freundliches älteres Ehepaar mit schon erwachsenen Kindern. (Es ist das letzte Private Camp auf unserer Route)

In Tsetserleg gibt es ein empfehlenswertes WLAN-Kaffe. Guter Kaffee und Mehlspeisen runden den problemlosen Internet Zugang ab. (Es gibt hier endlich mal keine nervtötende Zahlenkolonne als Passwort  sondern einen netten Begriff der mit dem Lokal in Zusammenhang steht)

Auf dem Marktgelände stürmen wir den Supermarkt und besichtigen die Markthalle in der Gemüse, Fleisch und Milchprodukte angeboten werden.
(Die Provinz hier ist für aihre hervorragenden Milchprodukte bekannt)

Einige Kilometer nach Tsetserleg kommen wir zum Taikhat einem 20m hohen Granitblock. Hier haben vom 7. bis zum 17. Jahrhundert die Mongolenfürsten Ihre Reise- und Kriegszug-daten eingetragen. Wir haben hier Mittaggegessen und ein aufziehendes Gewitter mit Blitz und Donner beobachtet.

Kurz vor unserem Ziel machen wir bei der Schlucht Chuluut Gol (der steinige Fluss) und beim Baum mit 100 Zweigen halt.
Die ursprüngliche 9 stämmige Lärche ist einem Räucherstäbchen zum Opfer gefallen und ein Besuch hier ohne eine Opfergabe zu hinterlassen hätte katastrophale Folgen. Heute ist ein alter Baum ein Stück weiter geschmückt und Katastrophal ist eher der hinterlassene Müll.

 

Der erloschene Khorgo Vulkan ist vor 8.000 Jahren das letzte mal ausgebrochen und entsprechend frisch sind die hinterlassenen Narben, eine seiner Hinterlassenschaften ist der Terkhlin Tsagaan See.

Von unserem Camp aus machen wir noch einen Abenspaziergang am Ufer entlang zu einem imposanten Granitblock.
(Die haben das hier mit den Granitblöcken)

LG L&G&G

Montag, 28.8.2017

Nach 2 Nächten sind wir heute früh, nach einer ausgiebigen Verabschiedung von unserer Mongolenfamilie aufgebrochen.
Die Nacht war grimmig kalt, wir hatten am Morgen leichten Frost und ein bissiger Wind begleitete unseren morgendlichen Gang zum Donnerbalken. Unser Frühstück haben wir heute nicht im Freien sondern in der geheizten 3-Männerjurte eingenommen.

Unsere heutige 120 km lange Etappe hat uns über das Kloster Tuvkhun zu den Schwefelquellen in Tsekher geführt. (Wenn die Etappen kürzer sind liegt das meist daran dass die Strassen schlechter sind …)

Nach einer Stunde waren wir am Ausgangspunkt unserer 3 stündigen Wanderung zum Kloster Tuvkhun.

Dieses Kloster wurde 1651 gegründet und ist UNESCO Weltkulturerbe. Wir sind so circa auf 1.900 Meter losgegangen, das Kloster – in dem derzeit 4 Mönche leben – liegt auf ca. 2.300 Meter.  Bei uns endet so auf 1.900 Meter der Baumwuchs, hier beginnt der Wald auf dieser Höhe geht bis zum Kloster. Das Kloster selbst ist auf einer Felsklippe und ragt über die umliegenden Berge hinaus. 

Ein würdiger Platz für eine Medidationsstätte.

Wanderung schön, Kloster schön, anschliessendes Mittagessen gut und wolkenloser Himmel. Was will man mehr?

Weiter ging es dann dicht unter der Waldgrenze bis nach Tsenkher.  Auf den Passwiesen hier wachsen viele Kräuter und hier wird auch Heu für den Winter gemacht. Die Weidetiere hier dürften trotzdem harte Winter haben, -25 Grad Durchschnittstemperatur und das bisschen Heu für die vielen Tiere… Ihr seht unser Verständnis für die Nomadenwirtschaft steht auf wackeligen Beinen.

Auf den Bergwiesen hier wächst Edelweis wie bei uns Almrausch.

Nach der Ankunft im Ger-Camp in Tsenkher haben wir uns gleich mal ins 38 Grad warme Schwefelwasser gesetzt und dann den Tag mit Yak-Braten und ein paar Bierchen ausklingen lassen.


LG L&G&G

Sonntag, 27.8.2017

Statt Nordic Walking – wie sonst am Sonntag Morgen – machen wir zu 4. eine Wanderung zum Orkhon Wasserfall. Die anderen 4, Gerhild, Lisbeth, Regina und Heinrich haben es bevorzugt die Strecke zu reiten.

Aber der Reihe nach:

Begonnen hat unser Tag – nach dem Frühstück –  mit dem Melken von Yak Kühen, jeder der wollt durfte sich in dieser Fertigkeit üben.

 Man hat sicher besonders geduldige Tiere für uns ausgesucht.

So eine Yak Kuh gibt 2 Liter Mich am Tag (mit einem Fettghalt von 12% ) und die Nomaden teilen sich die Milch mit den Kälbern.  Die Prozedur dazu ist recht interessant: Die Kälber waren über Nacht in einem Pferch (sonst wäre die Milch schon weg!) und es wird jeweils ein Kalb herausgelassen, das sofort zu seiner Mutter läuft und zu trinken beginnt. Nach kurzer Zeit wird das Kalb ein Stück weg angeleint und die Mutterkuh gemolken. Es wird aber nicht alle Milch gemolken sondern das Kalb wieder frei gelassen und das trinkt dann fertig.

Wir, die “Mongolian Walker” sind den Orkhon entlang die 6 Kilometer bis zm Wasserfall gewandert und haben dort auf unsere Reiter, die später aufgebrochen sind, gewartet.

Der Fluß hat sich in die Basaltdecke, die das ganze Tal bedeckt, gegraben und man sieht an der Gesteinsschichtung dass es mehrere Ausbrüche gegeben hat. Massive Basaltschichten wechseln sich mit Ascheschichten ab und geben einen guten Eindruck des zeitlichen Ablaufs.

Selbst nach 90 Millionen Jahren ragen noch immer Basaltkronen aus der Steppe.

Der Wasserfall selbst ist für Alpenbewohner nicht der grosse Hit. Aber er liegt schön und bei dem strahlenden Wetter – das wir auch heute wieder haben – leuchtet alles ringsum.
Am Nachmittag zeigt uns unsere Gastfamilie wie Milchschnaps gebrannt wird. Ausgangsstoff sind vergorene Stutenmilch und Joghurt und die Brennanlage ist verblüffend simpel, aber sie funktioniert recht gut.

Für mich ist dieser Schnaps nichts, ich stehe ja mit vergorenen Milchprodukten generell auf Kriegsfuss.
Als Abendessen gab es auf mongolisch zubereitetetes Schaffleisch. Dazu werden glühende Steine, Schaffleisch und Gemüse in einen grossen Wok geschichtet, mit etwas Suppe aufgegossen und dann gedünstet. Gedünstetes Grillfleisch oder gegrilltes Dunstfleisch könnte man dazu sagen. Ich habe mich für diesen Abend an unsere Vegetarerin angeschlossen, aber allen Anderen hat es vorzüglich geschmeckt.

LG L&G&G

Samstag, 26.8.2017

Heute haben 280km auf schlechten bis sehr schlechten Strassen vor uns.

Es geht zuerst den Ongi flussaufwärts nach Norden. Die Wüste ändert sich langsam Richtung Steppe. Es gibt wieder mehr Schnittlauch und auch Büsche. Ziegen die sich vor allem an Schnittlauch ernähren schmecken den Mongolen besonders gut. Weiter nach Norden steigt die Gegend wieder etwas an und es wird auch wieder kühler. Wir queren die Asphaltstrasse von Ulaanbaatar nach Westen und machen Mittag an einem kleinen See halt. Es gibt Ziegenfleischsalat und vegetarische Spaghetti. Aus den benachbarten Jurten tauchen plötzlich 4 Buben auf, 2 zu Pferde und zwei auf einem Motorrad. Wir bekommen eine Reit-und Ringvorführung.

Wir sehen auf der Fahrt nun wieder mehr Rinder und Pferde und auch Yaks.

Urnaa zeigt uns einen Khamag, eine Kreuzung aus Yak-Kuh und Stier. Die weiblichen Nachkommen heißen Ortom. Diese Kreuzung zeichnet sich durch größere Kraft und Folgsamkeit aus.

Wir fahren weiter nach Khujirt. In diesem Kurort füllen wir unsere Lebensmittelvorräte auf.

Die Piste wird ab Khujirt immer schwieriger. Das OrkhonTal wurde vor 90 Millionen Jahren durch einen riesigen Vulkanausbruch mit Lava überschwemmt. Die herumliegenden Basaltsteine drücken unsere Durchschnittsgeschwindigkeit enorm. Wir übernachten heute bei der Yakzüchterfamilie Tovuunaa.

Hier sind in den Jurten kleine Öfen und wir bekommen wattierte mongolische Mäntel da es in der Nacht ziemlich kalt wird.

Wir lassen den Tag dann am Lagerfeuer ausklingen. Sehr spät wird es aber nicht, die Kälte treibt uns bald in die Jurten.

LG L&G&G

Freitag, 25.8.2017

Heute frühstücken wir eine 1/2 Stunde früher um genug Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang im Roten Canyon zu haben.
Kurz vor 9 Uhr sind wir dort und die Einzigen auf dem Gelände.

 

Nach dem Canyon waren die Saxaulbäume (eigentlich sind es Sträucher) das nächste Ziel auf unserer Route.

Sie wachsen in einer lehmigen Senke in der um diese Jahreszeit noch der Rest eines kleinen Sees übrig ist.

 

Leider gibt es auch hier schon einiges an Umweltverschmutzung.

Jetzt geht es 130 Kilometer nach Norden ins Changai Gebirge zum Ongi Kloster.
Wir sind jetzt wieder in der Mittleren Gobi und es geht den ganzen Tag brettleben durch die Trockensteppe. Mit dem Begriff Gobi unterscheiden die Mongolen nicht zwischen Wüste und Trockensteppe. Wir registrieren den Unterschied mit dem vermehrten Vorkommen von Schnittlauch – überall dort wo bei uns Gras wachsen würde findet man hier Schnittlauch.

Unsere Mittagspause machen wir neben dem ausgetrockneten Bachbett des Ongi. 

Wir sind jetzt etwas niedriger, so etwa auf 1.000 Meter und es ist spürbar wärmer. Wir schützen uns wieder mit der Plane zwischen den beiden Fahrzeugen gegen die stechende Sonne.

Nachmittags geht es wieder langsam bergauf – wir kommen nun ins Changai Gebirge. Im Bachbett steht immer öfter etwas Wasser und  beim Ongi Kloster ist der/die (?) Ongi noch ein richtiger Fluss.
Urna, unsere Reiseleiterin erzählt,  dass bei Ihrem letzten Besuch im Juni,  der Ongi ausgetrocknet war. Das hatte sie vorher noch nie erlebt – der Klimwandel zeigt sich auch hier, ist sie überzeugt.

Das Talbecken in dem das Ongi Kloster liegt ist ein altbekannter Kraftplatz und hatte in seiner Blütezeit mit über 1.000 Mönchen eine beeindruckende Grösse. Es wurde nach der kommunistischen Revolution von 1921 in den 30er Jahren vollkommen zerstört und erst seit den 1990er Jahren beginnt ein langsamer Wiederaufbau mit rein privaten Mitteln.

Unser Ger-Camp Secret of Ongi schlägt wieder alle Erwartungen. Super Jurten, super Essen und gut gekühltes Bier.

 

Ach ja, bei unserem Auto muß der Kühler geflickt werden. Mit Epoxiharz geht das schnell und rechtzeitig zum Abendessen ist die Reparatur abgeschlossen.

LG L&G&G

Donnerstag, 24.8.2017

Ihr habt sicher schon bemerkt das die Berichte nun schon ein wenig Nachhinken. Wir haben nur von Zeit zu Zeit in einer größeren Stadt Internetzugang und ich bringe dann immer nur 2 Berichte auf die Reise. Vielleicht sind wir schon zurück bis die letzten Tage online gehen, aber das stört ja nicht sonderlich, oder? 

Vom südlichsten Punkt unserer Reise geht es heute zurück nach Nordosten . Wir sind jetzt aber ein gutes Stück weiter westlich und werden erst gegen Ende der Reise wieder nach Osten zurückkommen.

Unser Ziel ist das Mongolia Gobi Camp nahe Bayanzag, den roten Klippen.
Die Fahrt geht durch die Südgobi und als erstes queren wir die letzten Ausläufer der Westlichen Schönheit. Das ist uns noch gut gelungen, aber gleich danach hat die Bremsleitung den Geist aufgegeben und Boyaa sein Werkzeug ausgepackt. Das zweite Fahrzeug hat unser Unglück nicht bemerkt und fährt vorne weg.
Als unser Fahrzeug wieder flott ist fahren wir weiter und versuchen das andere Auto telefonisch zu erreichen.
Wir machen einen Halt nahe des Arts Bogd Gebirges wo Bernstein, Bergkristalle und Halbedelsteine an einem Verkaufstand an der Piste feilgeboten werden. Unsere Kollegen waren hier, sind aber schon weitergefahren …

Mit dem Funkgerät erreichen wir den zweiten Wagen nicht, unser Fahrer hat kein D-Netztelefon das als einziges in dieser Region funktioniert und deshalb fahren wir zur nächsten Nomadenjurte – die haben ganz sicher solche Telefone.

Das 80-jährige Familienoberhaupt bietet uns Milchtee und Kamelkäse an. Sie ist Mutter von 12 Kindern und 50 Enkeln. Die Familie besitzt 2000 Stück Vieh, darunter 40 Kamele, 80 Pferde – davon mehrere preisgekrönte – sowie Kühe, Schafe und Ziegen.

Unsere Köchin und die Fahrer tragen die Küchenausrüstung inklusive Gaskocher in die Jurte der Nomadenfamilie. Wir essen in der Jurte zu Mittag. In der Zwischenzeit  ist auch eine Nichte der Gastgeberin eingetroffen, die nach Kalifornien ausgewandert ist, und uns Gesellschaft leistet. Ein Familientreffen steht an und es werden zwei Schafe geschlachtet um für das Fest in zwei Tagen genügend Fleisch zur Verfügung zu haben.

Zur Abreise gießt unsere Gastgeberin Milch auf die Räder und die Einstiege. Diese Zeremonie soll uns Glück auf unserer Reise bringen.

Man stelle sich mal die umgekehrte Situation vor: eine mongolische Reisegruppe klopft bei einem Salzburger Bauernhof an und will telefonieren………

Nach einer halben Stunde kommt auch unser zweites Fahrzeug und es geht weiter Richtung Bulgan wo wir wie fast alle Touristen in das einzige Internetkaffe der Gegend, eine Kaffejurte stürmen.

Eine Verbindung zu bekommen ist bei der großen Anzahl der Kommunikationsbedürftigen gar nicht so einfach, aber mit der Zeit kommen alle ins Netz.
Die Blogbeiträge der letzten 2 Tage schicken wir von hier auch erfolgreich auf die Reise.

Wir stocken unsere Lebensmittel und Getränkevorräte im Ort auf und fahren die kurze Strecke zum Camp am Rande des “Roten Canyons“.

Ein wenig Folklore gibt es auch hier für uns.
Die beiden jungen Herren sind beeindruckend gut!

 

Das ist der übliche Ladesalat, wenn es Strom nur im Restaurant und nur am Abend gibt.

Der Canyon ist die Fundstätte von Saurierknochen und vor allem berühmt für die Sauriereierfunde durch Roy C. Andrews (Expedition 1921-1922).
Die Funde dieser extrem aufwändigen Expedition kann man heute in New York bewundern.

Mehr zum Roten Canyon gibt es dann morgen.
LG L&G&G

Mittwoch, 23.8.2017

Am Morgen, nach dem Frühstück, besteigen wir unsere acht Kamele und reiten Richtung Dünen. Unsere erst 15 jährige Führerin Urnaa ist äusserst umsichtig und hat die Kamele immer im Blick.

Lisbeth und Günter haben ein je ein Kamel mit dem selben Namen, bezeichnenderweise Huch. Unser Guide Urnaa hat uns später erklärt, daß Kamele keinen Namen erhalten und Huch die Farbe unserer Kamele ist.

In der Zwischenzeit reinigt und dichtet unser Fahrer Boyaa den Vergaser seines Porgon. Es gibt an unseren russischen Geländebussen jeden Tag etwas zu flicken.

Nach dem Kamelritt fahren wir zu einer Oase die zur “Singenden Düne” – Chongorin Els gehört. Das Wasser kommt aus dem Gebirge, fließt unter dem Dünen-Streifen durch und kommt auf der anderen Seite als klare Quelle wieder an die Oberfläche. Diese Oase am Fuß des westlichen Endes der über 180 km langen Düne bietet einen tollen Kontrast – grüne Wiese – weisse Dünen – blauer Himmel.

Wir besteigen eine der näheren Dünen als “warmup” für die “Singende Düne” Chongorin Els die der Gegend den Namen gegeben hat.

Nach dem Mittagessen in der Wiese neben dem Wasser fahren wir zur Chongorin Els. Dort sind wir nicht alleine, es gibt viele Besucher die auf die höchste der Dünen steigen wollen. Im Führer mit einer Höhe von 300m angegeben erreichen wir nach genau 207m den Gipfel.  Der Wind bläst am Grat mit etwa 5-6 Windstärken, das “Singen” der Dünen durch den hinabrieselnden Sand ist somit unhörbar.

Nach dieser montanistischen Höchstleistung zaubert unsere Köchin wieder ein tolles Abendessen im Nomadencamp hin. In der Nacht wird es wieder ordentlich kalt.
LG L&G&G

Dienstag, 22.8.2017

Im Süden der Mongolei liegt das Gobi-Altaii-Gebirge. Es zieht sich über mehrere 100 Kilometer in Ost-West Richtung.
Wir sind hier im Gurvan Saykhan Nationalpark. Zu diesem Nationalpark gehören 2 Gebirgszüge und die dazwischenliegenden Sanddünen. (von denen aber morgen mehr)

Unser erster Halt ist beim Nationalpark Museum. Hier sehen wir ausgestopfe Tiere und versteinerte Saurier-Eier und erfahren Wissenswertes über den Nationalpark.

Unser zweiter Halt ist die Geierschlucht (Yolyn Am). Der Weg dorthin führt über einen 2.400 Meter hohen Paß, bis auf diese Höhe und auf den umliegenden Gipfeln gibt es Vegitation. Zwischen dem Grün finden sich in diesem alten Gebirge dann schroffe Felswände mit sehr verwittert aussehendem Gestein. Die Tour in die Geierschlucht führt vom Parkplatz in einem breiten, grünen Tal in eine immer enger und schroffer werdende Schlucht. Bis zur eigentlichen Schlucht gibt es ein Pferdetaxi und Verkaufsstände für Wachoderholz-Figuren und bemalte Steinplättchen.

Die Geierschlucht ist am der engesten Stelle in kühleren Jahren durchgehend mit Eis verschlossen. Heuer war es zu warm und seit Anfang August ist die Schlucht eisfrei und offen.

Zurück aus der Geierschlucht fahren wir über einen weiteren Pass in die Dungenee  Schlucht. Für das letzte Stück auf diesen Pass müssen wir aussteigen und unsere geländegänigen Porgon-Kleinbusse quälen sich ohne uns die Schotterstrasse hoch und das nehmen uns oben wieder auf.

Das Bachbett der Dungenee Schlucht ist gleichzeitig die Piste (so wie auch schon der Fußweg in der Geierschlucht) und so fahren wir die meiste Zeit im Wasser.

Auf einer Anhöhe in der Schlucht nehmen wir unser Mittagessen ein, verrichten unsere Notdurft und begeistern uns an der engen Durchfahrt durch die unsere Busse gerade noch durchpassen.

Wir verlassen nun die Linke Schönheit (so heißt dieser Teil des Gebirges der Drei Schönheiten) und glühen durch die hinter dem Bergzug liegende Ebene in Richtung Westen.

Am Ende der Westlichen Schönheit (so heißt der dritte, westlichste Teil des Gebirges) fahren wir noch kurz in die Hold Schlucht.

Die Piste wird jetzt immer “pestiger” (es geht erstaunlicherweise immer noch ein wenig schlechter) und an unserer linken Seite beginnen hier die Sanddünen denen wir wir die nächsten 180 km bis zur Singenden Düne folgen werden.

Kurz vor Sonnenuntegang erreichen wir die Nomadenfamilie bei der wir übernachten werden. Um die weidenden Kamele im Sonnenuntergang fotografieren zu können springen wir aus dem Buss und eröffenen das Fotogewitter.

 Die Gästejurten unserer Nomadenfamilie sind ebenso fein wie die bisherigen. Im Unterschied zu unseren bisherigen “Touristischen Ger Camps” kochen wir hier unser Abenessen selbst (bzw. unsere Köchin) und es gibt gar keinen Strom, nichtmal – so wie bisher – in den Abendstunden.

LG L&G&G

Montag, 21.8.2017

Heute stehen wir schon kurz nach 5 Uhr auf um den Sonnenaufgang bei der Weißen Stupa zu erleben.

Nach einer klaren Nacht mit einem atemberaubenden Sternenhimmel, haben wir auch am Morgen einen wolkenlosen Himmel. Die vielfärbigen Formationen strahlen im Morgenlicht und davor grast eine Kamelherde.

Nach dem Frühstück geht es über Schotterpisten Richtung Südwesten zur Asphaltstrasse. Unterwegs schauen wir Ziegen und Kamelen an einem Brunnen beim Durstlöschen zu.

Auf der Asphaltstrasse fahren wir etwa 150 km nach Dalandsadgad (leicht zu merken wie fast alle mongolischen Namen). Die Hauptstadt der Provinz Südgobi hat 20.000 Einwohner. Wir finden nach längerer Suche ein Cafe mit WLAN im Gobi Sands Hotel.

Etwas ausserhalb von Dalangsadgad essen wir zu Mittag und fahren dann weiter zur Mukhar Shivert Schlucht. Nussra hofft in dieser Schlucht vielleicht noch ein Eisfeld vorzufinden. Wir sehen Springmäuse und Pfeifhasen, die Meerschweinchen oder kleinen Murmeltieren ähnlicher sehen als Hasen.

Unsere heutige Schlafstätte, das Dungenee Ger-Camp, ist fast perfekt. Es gibt sogar warmes Wasser, mit etwas mehr Wasserdruck könnte man sogar richtig gut duschen …

LG L&G&G

Sonntag, 20.8.2017

Heute sind voller Erwartung in den neuen Tag gestartet. Der Wetterbericht der für die nächsten 10 Tage Regen vorhergesagt hatte lag freundlicherweise völlig daneben. Nachdem es Nachts nochmals kräftig auf unsere Jurte geregnet hatte war es am Morgen schon weitgehend wolkenfrei und wenig später gab es nur noch blauen Himmel.

Nachdem uns eine Gruppe von Pferden zum Halten verleitet hatte, haben wir deren Eigentümern einen Besuch abgestattet und wurden in Ihre Jurte eingeladen. So ein ungeplanter Besuch hat schon etwas Besonderes. Wir bekamen der Tradition entsprechend gegorene Milch, getrockneten Quark und Schnupftabak angeboten.

Die Fotos die wir mit dem Alten Herrn der Nomadensippe gemacht haben müssen wir noch –  wie versprochen – an die Tochter die einen Facebook Account hat  schicken.  Ehrensache!

Unser heutiges Mittagessen hatten wir an einer Wasserstelle in einer windgeschützten Senke.

Es gibt hier Agamen, die sehen aus wie kleine Eidechsen und manchmal halten sie für ein Foto still.

Bei einem Brunnen wurde gerade Wasser für eine Ziegen/Schafherde geschöpft, da mussten wir mitmachen! Wir hatten unmittelbar davor über die Wasserversorgung der Herden gesprochen.

In der Hauptstadt der Provinz Mittelwüste (MittelGobi) haben wir getankt und dann für die nächsten 100  Kilometer eine Asphaltstrasse mit gediegenen “Potholes” benutzt. Als wir dann nach links zur Weissen Stupa abgebogen sind ging es mit unverminderter Geschwindigkeit die Sandpiste entlang weiter.

Hier haben wir auch  die ersten Kamele gesehen, Die haben hier 2 Höcker (90% der Kamel-Weltpopulation hat nur 1 Höcker)

Unser Ziel – die Weiße Stupa/Tsagaan Suvraga  – kann es locker mit Kappadokien oder dem Price Canyon aufnehmen.

Unser heutiges Ger-Camp hat uns dann noch mit einem Volkloreabend bedacht.

Morgen früh geht es um 1/2 6 zum Sonnenaufgang noch einmal  zur Weissen Stupa.

LG L&G&G

Samstag, 19.8.2017

Den Vormittag haben wir im zentralen Kloster von Ulaanbaatar verbracht.
Schön, aber auch ernüchternd – der hier ausgeübte Budhismus liegt nahe an Vielgötter-Naturreligionen. Der Haupttempel behergergt den Buddha, der für die Unabhängigkeit der Mongolei zuständig ist. Die Statue it 26 m hoch, wurde von den Russen demontiert (und zu Kanonen verarbeitet). Nach dem 2. Weltkrieg wurde für den Ersatz gesorgt den wir heute besichtigt haben.

Man kauft hier Gebete gegen diverse Leiden und Gefahren ein. Für jeden erschwinglich, aber “Money makes the world go round”
(… und die Gebetsmühlen müssen im Uhrzeigersinn bewegt werden)

Aus der Hauptstadt raus waren wir schnell in völlig unbesiedelter Landschaft. Für die nächsten 200 km gab es nur Steppe. Keine Bäume, keine Büsche nur Grün das wir für Gras gehalten haben.

Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen und mehrere Bussarde waren die einzige Abwechslung zum unüblichen Regen in der Steppe. Unser heutiges Mittagessen haben wir bei Wind und strömendem Regen am Fuß eines Bussard-Hügels eingenommen. Unsere Köchin Naasr hat unter widrigsten Umständen ein bemerkenswertes Mittagessen herbeigezaubert.

Als wir dann wieder einen Halt in einer weiten Senke gemacht haben hat sich das Grün der Steppe als blühender Schnittlauch herausgestellt  – und zwar über viele Kilometer nur Schnittauch.

Wir fragen uns warum hier nicht einmal ein Busch wächst, geschweige denn ein Baum.
Vielleicht können wir dieses Rätsel ja noch lösen.

Von der Asphaltstrasse ging es dann rechts weg und wir haben die Geländegängkeit unserer russischen Kleinbusse schnell schätzen gelernt. Die Fahrer spielen natürlich auch eine Rolle – mit 60 km/h über die Waschbrettpiste fahren erfordert Erfahrung.
Leider war Regen unser ständiger Begleiter.

Das stark verwitterte Granitgebirge des Baga Gazriin Chuluu Naturparks liegt gerade mal 100 m über der Schnittlauchsteppe. Trotzdem beeindruckt die Granitlandschaft, es gibt Felsformationen, Büsche und an einem buddhistischen Kraftplatz sogar seit 300 Jahren ein Birkenwäldchen.

Eine Glückshöhle und eine Augenheilquelle komplettieren das esotherische Angebot.

20 km später erreichen wir unser erstes Ger-Camp, dass Erdene Ukhaa Tourist Camp.

Es gibt hier beste Versorgung mit langsam wachsender technischer Infrastruktur. Dieses Jahr ist ein neuer Sanitärblock  dazugekommen und das alte Doppelsitzer-Plumpsklo ist außer Betrieb gegangen.

 

LG L&G&G

Freitag, 18.8.2017

Nach unserem kurzen Schönheitsschlaf wurden wir mit einem englischen Frühstück ins Leben zurück geholt.
Danach hatten wir eine Stadtbesichtigung auf unserem Plan:

Der Suchbaataar Platz ist nach dem Nationalhelden Suchbaataar benannt und ist vom Parlament, dem Kultupalast und vielen “wichtigen” Gebäuden umgeben.
Vor dem Eingang des Parlaments thronen Chingggis Khan und seine Söhne.

 

Beim Briefing in den Räumen von EXTRTOURS unserem lokalen Veranstalter wurden wir auf mongolische Art begrüßt.

Dann geht es auf den Aussichtsberg mit dem Zaisan Denkmal das die “ewige Freundschaft” mit der UdSSR dokumentieren soll.

Dem Adler, der mit seinem Besitzer auf Touristen wartet ist das ziemlich egal.
Die Jagt mit Raubvögeln ist hier üblich, allerdings werden die von Hand aufgezogenen Adler nach 3 Jahren freigelassen.

 

Weiter geht’s zum Sommer- und Winterpalast des letzten mongolischen Königs Bogd Khan der bis 1924 regiert hat.

 

Die Müdigkeit erfasst uns erneut und wir quälen uns durch den immer dichter werdenden Verkehr zurück zum Hotel.
Die Strecken sind nicht sehr groß aber der Zeitaufwand enorm.

Nein, dieser mobile Ger (Jurte) ist nicht für den Stau verantwortlich!

Wir üben uns nochmals in Augenschonung und treffen uns um 17:15 zum Anmarsch Richtung Nationaltheater.

In vorderster Reihe genießen wir die in den 3 Sommermonaten täglich stattfindende Vorführung der mongolischen Kultur aus den Bereichen Tanz, Musik, Gesang und Akrobatik. Wir sind von den Vorführungen schwer begeistert, Dokumente über diese Veranstaltung haben wir anschließend erworben ( DVDs).

Den nun schon elend langen Tag beschließen wir im Mongolian Barbecue, einem Geheimtipp für Vegetarier.

LG L&G&G

PS: Die letzten Zeilen haben wir im Dunklen geschrieben weil der Strom im ganzen Hotel (eines der besten am Platz) weg war.
Wir sind dann zu Fuß in den 11. und 12. Stock gegangen… als wir dann oben waren gab es auch wieder Strom ??

Donnerstag, 17.8.2017

Die Flugzeit von Frankfurt nach Ulaanbaatar beträgt ca. 8 1/2 Stunden.
Von der Wohnung in Wien bis zum Hotel in Ulaanbaatar sind es aber dann doch 18 Stunden und nach diesen 18 Stunden ist es vor Ort dann 6 Uhr früh und der Tag fängt erst an …

Da sind wir doch froh dass das Flugzeug halb leer ist und wir uns ausstrecken können.

Das Bier der Marke Chinggis Khan erleichtert das Einschlafen.

 

Ankunft in Ulaanbaatar:

 

Es regnet und wir fahren jetzt erstmal in unser Hotel.
Nach unserem Schönheitsschlaf und dem Frühstück soll es mit dem Regen dann aufhören.

LG L&G&G (Lisbeth Günter Gerhard)

Wenn man Google nach der Sommerzeit in der Mongolei fragt bekommt man – noch vor den Suchergebnissen – folgenden Hinweis eingeblendet:

Wenn man dann bei den “Zeitzonen Spezialisten” nachschlägt erfährt man dass die Sommerzeit in der Mongolei heuer – nach nur 2 Jahren – wieder storniert wurde.

Da fällt mir ein, dass es 1981 als die Schweiz (mit einigem Zögern) dem europäischen Trend zur Wiedereinführung der Sommerzeit folgte eine
Bürgerinitiative gegen die willkürliche Manipulation der Tageszeiten gab.

Die Manipulation der Tageszeiten wird auf unserer Reise aber sicher keine große Rolle spielen …. solange wir unsere Uhren gleich stellen.

Für an Details Interessierte:

  • Österreich UTC+2 (Sommerzeit)
  • Mongolei West UTC+7
  • Mongolei Ost UTC+8 (Ulaanbaatar) (6 Stunden voraus)

LG Gerhard

Unsere Reise durch die Mongolei startet am Donnerstag, 17. August 2017

Unser erster gemeinsamer Treffpunkt ist der Flughafen Frankfurt.
Von dort geht es mit der Mongolian Air nach Ulaanbator.
Wir kommen dort am Freitag früh nach 8 1/2 Stunden Flugzeit und 7 Stunden Zeitverschiebung an.


Wir werden in diesem Blog die schönsten Eindrücke eines jeden Tages (in Wort und Bild) zusammenfassen.
Da wir uns viel in Naturschutzgebieten und wenig besiedelten Gegenden aufhalten wird die Verfügbarkeit von Datennetzen auf unserer Reiseroute überschaubar sein.
Es kann daher einige Zeit dauern bis unsere Eindrücke bei Euch ankommen … Ihr erlebt unsere Reise dann eben ein wenig zeitversetzt.

 

Lisbeth, Günter und Gerhard