Wie so oft zieht es uns auch diesen Herbst zum Segeln an die kroatische Küste.
Aber nicht einfach nur so zum Herumsegeln sondern zu einer Regatta für Hobbysegler dem Adria Cup 2017.

Der Adria Cup ist eine 4-tägige Regatta mit (hoffentlich) 8 Wettfahrten und täglicher Rückkehr zum Abendprogramm in die Marina Murter. Gesegelt wird mit ausgelosten, gleichen Charterbooten vom Typ Beneteau 35. Das hat den Vorteil dass die Reihung auf dem Wasser auch dem Wettfahrtergebnis entspricht und keine langwierige Umrechnung von Yardstickzahlen für unterschiedlich leistungsfähige Schiffe erfolgen muss.

Unser Skipper Peter – der seit Jahren an dieser Regatta teilnimmt – ist der Garant dafür, dass die Wettfahrten auch ernst genommen werden.
Ein besseres Ergebnis als im Vorjahr ist da immer die Minimalerwartung.
Da auch die anderen Teams mit großer Konstanz teilnehmen sind auch die direkten Konkurrenten – die Teams die in den vergangen Jahren vergleichbare Ergebnisse erzielt haben – bekannt.

Als Neuling bei dieser Regatta (ansonsten bin schon ein erfahrener Seebär) werde ich im Laufe der Veranstaltung die handelnden Personen (Crews) und den Hausbrauch kennenlernen und Euch täglich einen Bericht zukommen lassen.

Terminplan

Samstag, 7. Oktober – Samstag, 14. Oktober 2017
(passend zum Hausbrauch beim Chartern von Segeljachten
von Samstag Nachmittag bis zum nächsten Samstag Vormittag )

Die Wettfahren finden von Montag bis Donnerstag entsprechend den Wind und Wetterbedingungen statt.

Unsere Crew

Täglich wird ein Crewmitglied näher vorgestellt, damit Ihr am Ende der Veranstaltung einen guten Überblick über unser hochmotiviertes Team habt.

Bilder vom Tag

Da wir alle auch begnadete Hobbyfotografen sind wird es von jedem Tag ausreichend Bilder geben.
Die schönsten Bilder werden die Tagesberichte abrunden.

Unser Skipper: Peter Ploiner

Meine erste Berührung mit dem Segelsport war schon eine Regatta, als Vorschoter bei einer Vereinsregatta beim Wolfgang Irzl auf der Alten Donau.
Nach 2 Jahren Lernen als Vorschoter habe ich dann auch schon mal die Pinne in die Hand genommen und mit dem A-Schein kam dann auch das Hintergundwissen dazu.

Die Vereinsregatten fahre ich bis heute, werden bis heute geschätzt über 600 Wettfahrten sein … und der Irzl Wolfgang sieht immer noch Potenzial

Auch die erste Dickschiff Erfahrung auf der Adria war – wen wundert es – als Vorschoter auf einer Bavaria 47 im Rahmen des Business Cups.

Nach 7 Businesscups (6 davon mit Gerhard) fühlte ich mich dann reif genug, meine Karriere als Skipper zu starten und habe gemeinsam mit Gerhard die FB3 Ausbildung gemacht. War schon ganz was anderes, ein Dickschiff selbst zu steuern und die Verantwortung dafür zu haben – und mal nicht den schnellsten Kurs zur nächsten Bahnmarke zu segeln.

Nach einigen Törns hat mich (und uns) der Ernstl wieder motiviert auch Hochseeregatten zu fahren, so sind wir 2009 zum ersten Mal beim Adria Cup angetreten. Unsere Steirischen Segelkollegen haben uns so herzlich aufgenommen, dass wir seither jedes Jahr (heuer zum 9. Mal) mit dabei sind!


Unser Mann an der Großschot: Ernst Jindra

 

Nach einem kurzen Abstecher zum Neusiedlersee hat meine Seglerkarriere in Griechenland gleich am Meer begonnen.
Die Insel Kea begrüßte uns mit einem halben Meter hohen Wellen und das war mir eigentlich schon zu viel. Für unsere Rückfahrt nach Athen (bei Windstärke 8) hatten wir Frauen und Kinder mit einer Fähre vorausgeschickt und gemeinsam mit einer schwedischen Crew die widrigen Verhältnisse gemeistert.

Nach dieser Fahrt und nach der Überstellung eines Katamarans bei ähnlich widrigen Verhältnissen von Italien nach Griechenland konnte mich nichts mehr erschrecken.

Über eine Teilnahme am Murter Cup bin ich mit dem Wolfgang Irzl in Kontakt gekommen und damit dem Montags-Regatta Virus auf der Alten Donau verfallen. Von der Montags-Regatta zur Freitags-Regatta mit den Siemens Leuten war es nicht weit. Auf der Suche nach einer netten Hochseeregatta sind Wolfgang (Irzl), Peter (Ploiner) und ich dann bei der SteirerRegatta AdriaCup gelandet.


Vorschoter und Achterholer (Spinnaker): Gerhard Jirovsky

Der Neusiedlersee mit viel Wind und ohne Segelerfahrung war mein erstes Segelerlebnis. Wir waren zu viert und haben unser Boot dann zu Fuß zurückgezogen (Das geht wohl nur am Neusiedlersee)

Ich hatte dann beruflich mit Booten und dem Segeln zu tun und meinen A-Schein am Attersee gemacht.

Erst Jahre danach machte meinen ersten Adria Turn zu 10. auf einen 37 Fuß Katamaran. Unsere Route führte von Lignano nach Umag (und zurück)
Auf dieser Reise habe ich “Seewasser geleckt” und bin von da an jedes Jahr auf dem Meer unterwegs gewesen.

Der erste längere Törn war eine Überstellung von Lignano nach Griechenland (Details dazu könnt Ihr bei Ernst nachlesen). Mit den Meilen dieses Törns konnten wir dann zur B-Schein Prüfung antreten.

Außer dem Mittelmeer haben wir auch noch die britischen Inseln und die Ostsee unsicher gemacht. Einer meiner beeinduckensten Törns war ein Umrundung Irlands bei der wir viel über Gezeiten in Erfahrung gebracht haben.

Aus Firmenloyalität hatte ich einen Gummikat und mit meiner Neptun22 halte ich noch heute dem Neusiedlersee die Treue.

Meine Regatta-Karriere habe ich so wie viele Österreicher beim Murter Cup begonnen. Neben vielen anderen Regatten in der Adria waren die 1.000 Meilen des Egger Cups erwähnenswert.
Schon vor 9 Jahren wurde aus meinem “Einspringen” ein Dauerplatz im Adria Cup Team von Peter.


Vorschiff, Spi-Trimmer: Karl Aschbacher.

Der Mann aus der Bronx (Vorschiff, Spi-Trimmer)

Ende der 90er Jahre habe ich am Neusiedlersee auf 420 und auf Korsar meine Seglerlaufbahn begonnen.
Der nächste Schritt fand dann schon in Kroatien am Meer statt. Wir hatten ein altes Holzschiff mit viel Charakter gechartert.
Zurück an der alten Donau gab es dann meinen eigenen Korsar und viele Jahre Freizeitsegeln.

Während meines Sabbaticals hat uns (meine Frau und mich) dann eine ARC Chrew ins Team aufgenommen und wir sind von Gran Canaria über den Atlantik nach St. Lucia gesegelt. Wir lagen mit unserer Fahrtenjacht in der vorderen Hälfte, wichtiger als das Ergebnis war uns aber die Reise selbst.

Mit meiner Frau bin ich dann überwiegend zu zweit in Kroatien unterwegs gewesen, bis mich Peter davon überzeugt hat auch bei den Steirern beim Adria Cup mitzumachen.


Vorschoter und Shifter (Spinnaker): Gerhard Oblasser

Ich habe auf den Seen rund um Salzburg mit dem Segeln begonnen. Einer der Bootsverleihe am Wallersee oder am Obertrumersee hatte einen HobieCat 15 und von da an kannte ich meinen Bootstyp.

In Wien habe ich dann über den “Kultur und Sport Verein” meines Arbeitgebers ernsthafter mit dem Segeln begonnen. Die wöchentlichen Wettfahrten auf der alten Donau waren Pflichtprogramm, bis mich der Surf-Virus für lange Jahre vom Segeln fernhielt.

Als ich von einem Bekannten als “Fockschwein” auf einen Tornado geholt wurde hat mein Katamaran-Virus wieder zugeschlagen. Mein eigenes Schiff wurde ein TOPCAT K1 mit dem wir quer durch Europa gezogen sind bis mein Bauch zu groß und ich zu langsam wurde.

Meine Hochseekarriere hat gemeinsam mit Peter beim Business Cup mit unserer Firmenmannschaft begonnen und über die Jahre haben wir ausreichend Meilen für den B-Schein gesammelt. Nach längeren Jahren Pause habe ich jetzt wieder bei Peter angeheuert und finde den Adria-Cup gar nicht so schlecht ;-))

Samstag, 7. Oktober 2017 –
Die Anreise

Um 8 Uhr sind wir von Wien aufgebrochen (Peter hatte schon um 7 mit dem Einsammeln begonnen)…

…und um 15:30 Uhr waren wir dann in Murter.

Blauer Himmel, ein wenig Wind und kühl aber nicht kalt.

Unser Schiff die Virgo (eine First 35) haben wir in der Marina Jezera übernommen.

Unser Heimathafen für die nächste Woche ist die Marina Betina, die am Landweg 3,5 Seemeilen (~6 km) von der Marina Jezera entfernt ist. Mit dem Schiff um die Insel herum sind es 11 Seemeilen (~20 km) und das haben wir bis Sonnenuntergang gerade mal so hingebracht.

Wie Ihr an den Fotos seht war die Überstellung aber keine Qual.

Abendessen, Planung unseres Sonntagstrainings, Rotwein trinken und Nüsse essen – so geht unser Tag nun langsam zu Ende.

Morgen Abend gibt es dann einen Bericht wie wir uns als Crew entwickelt haben und ihr erfahrt mehr über unseren Skipper den Peter.

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Sonntag, 8. Oktober 2017 –
Unser Streifenhörnchen wiegt über 100 Kilo

Heute war Training angesagt. Ein wenig detaillierter würde man sagen Teambuilding und technisches Setup unserer Virgo. Für beides hatten wir durchaus Bedarf. Die ersten Trimmschläge waren vielversprechend, bei den heuer neuen Segeln bemerkt man tatsächlich eine Wirkung trimmen! Dann standen die ersten Spinnaker Manöver am Programm (der Spinnaker ist das schöne bunte Ballonsegel, bei unserem Schiff allerdings in dezentem Grau).

Das zweite Setzen des Spi lief schon perfekt. Jedoch waren wir etwas zu hurtig, so löste sich das Segel als es bereits ganz oben war und trieb neben uns im Wasser. So hatten wir (Segel)wäsche zum Trocknen. Nun galt es das Spifall von ganz oben am Mast wieder herunter zu bekommen. Also ab in den Hafen und Ernst hatte seinen großen Auftritt als Eichhörnchen. Rund 16 Meter Masthöhe und 105 Kilo Lebendgewicht waren für alle Beteiligten (auch für die Kurbler) eine schweißtreibende Angelegenheit.

Nach dieser kurzen Reparatur wollte es die Crew noch ganz genau wissen und bis Sonnenuntergang gingen sich locker noch über 30 Spi-Manöver aus, umso besser mundete der abschließende Manöverschluck, natürlich eine Marille vom Reinhard, Peters Schwiegersohn in spe 😉

Heute sind uns natürlich auch unsere Freunde (und Mitbewerber um den Adria Cup) von der Segelschule Wien auf der Ups begegnet. Überholt haben sie uns nur auf der Fahrt zur Reparatur 🙂 Auch dieses besondere Ereignis haben wir fotografisch festgehalten.

Nun noch ein wenig Seglerlatein:
Auf einem Segelschiff arbeiten der Steuermann, der Großschottrimmer und die Genuatrimmer aus dem Cockpit und dann gibt es die, die auf dem Vorschiff und rund um den Mast arbeiten – von denen sagt man sie seinen in der Bronx zuhause und wenn von denen einer den Mast rauf muß, dann ist der ein Chipmunk – frei übersetzt ein Streifenhörnchen.

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Montag, 9. Oktober 2017 –
Hoch am Wind

Es gibt ein Segel das ist speziell dafür gemacht mit dem Wind schnell unterwegs zu sein. Heute haben wir (die Teinehmer der Aria Cups) dieses Segel (Spinnaker) auch am Wind erfolgreich eingesetzt.
Die Fachleute sprechen da von einer geschrickten Kreuz. Ich habe heute den ganzen Tag gestrickte Kreuz gehört und nicht verstanden von die anderen Deppen am Schiff denn da reden….

Von den Fahrten unter Spinnaker gibt es keine Fotos, da waren wir einfach zu beschäftigt!

Es war heute ein super Segeltag, blauer Himmel, mäßiger bis guter Wind und wie geplant konnten wir heute 2 Wettfahrten absolvieren. Von 14 Teams sind wir auf Platz 7 gelandet. (ein 8. und ein 6. Platz).wenn dieser Trend anhält sind wir voll zufrieden.


Zum Tagesabschluss war dann noch der Steirische Abend angesagt. Maroni, harte Würstel, Schmalzbrote, Kren, Gurkerl, Schilcher und Bier vom Fass bis zum Abwinken. Also gesunde Ernährung für ausgelaugte Segler!

Jetzt um 1/2 12 haben wir uns von den Festlichkeiten zurückgezogen um den Blog fertig zu schreiben.

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Dienstag, 10. Oktober 2017 –
Regattakurs Nummer 3

Nachdem wir gestern 2 kurze Wettfahrten mit je 15 Seemeilen gefahren sind war heute eine Langstrecke mit 32 Seemeilen – der Kurs Nummer 3- auf dem Programm. Dafür braucht man dann bei gutem Wind so 5 bis 6 Stunden.

Start war um 10 Uhr, bei Sonnenschein und angenehmen Wind.
Der Wetterbericht hatte süddrehenden, abnehmenden Wind angekündigt und für den Nachmittag dann noch gebietsweise leichten Regen. (Wer jetzt vermutet, daß diese Prognose ein wenig daneben lag der liegt duchaus richtig)

Der Kurs lässt sich vereinfacht als eine langgezogene Runde beschreiben.
Zuerst mal 10 Meilen gegen den Wind, dann ein Stück querab, 20 Meilen mit dem Wind und dann wieder gegen den Wind hoch ins Ziel (Das ist dann dort wo wir am Vormittag gestartet sind)

Heute sind wir aber für dieses “Kringerl” 10 Meilen gegen den Wind und 30 Meilen mit dem Wind gesegelt.
Wie das geht erklärt euch jetzt Peter:

Unmittelbar vor der letzten Kreuz hat uns dann das schon lange sichtbare Gewitter erreicht und mit einen netten Bö von gut 40 Knoten begrüßt. Alle Segel offen, trotzdem 6 Knoten Fahrt und dabei haben wir noch den Großbaum durchs Wasser gezogen. Mit dieser kurzen Bö hat der Wind umgeschlagen und wir sind statt der erwarteten Kreuz im strömenden Regen auf Vorwind dem Ziel entgegengefahren.

Im Ziel hat es so gewaschelt, dass die Jury unsere Startnummer gar nicht richtig sehen konnte und uns versehentlich einen Rang schlechter plaziert hat (8 und 9 schaut ja wirklich fast gleich aus). Nach einer kurzen Intervention beim Wettfahrtleiter wurde das Klassement schnell richtig gestellt, der heute leider nur 9. Platz reichte aber trotzdem für den 6. Rang im Zwischenergebnis nach 3 Wettfahrten. Die Tendenz nach oben bleibt also trotz schlechterer Einzelplatzierung beibehalten….

Die Analyse unserer Fähigkeiten als Regattasegler lässt aber noch einigen Raum nach oben offen.
Auf den langen Schlägen erkennen wir, daß unser Bootstrimm gerade mal für das Mittelfeld reicht (da sind wir ja auch platziert) Das gilt leider auf allen Kursen. Wir arbeiten aber daran und lassen uns unsere gute Laune dadurch nicht verderben.

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Mittwoch, 11. Oktober 2017 –
Mal schnell die andere Route gewählt

Nach dem nassen Ende des gestrigen Segeltages begann der heutige mit Sonnenschein und nur wenig Wind.

Gleich in der Früh wurde unser Schiff repariert – gestern ist im Sturm ja unser Windmesser vom Mast gerissen worden.

Die erste Wettfahrt wurde nach kurzer Zeit wegen Flaute abgebrochen, wir waren darüber aber nicht unglücklich. Der Start war uns nicht sonderlich gelungen und wir lagen abgeschlagen hinten.

Ab Mittag gab es dann doch ein wenig mehr Wind und wir konnten noch zwei Wettfahrten absolvieren. Es waren Leichtwindbedingungen und die ausgewählten Kurse ermöglichten Optionen bei der Routenführung. Unsere Entscheidungen waren da recht gut und wir konnten uns im ersten Teil der Wettfahrten gut im Mittelfeld platzieren.

Auf den abschließenden Raumschotkursen (über 2 – 3 Seemeilen) mussten wir leider die Grenzen unseres Trimmvermögens erkennen und einige unserer Mitbewerber passieren lassen.

Nach den heutigen Wettfahrten liegen wir auf Platz 8 (von 14 Teams)

Zur Erinnerung: Gestern lagen wir noch auf Platz 6.

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Die letzte Wettfahrt

Über der mittleren Adria liegt ein stabiles Hoch. Aufregende Winde waren daher nicht zu erwarten. Alle Boote waren um 10:00 Uhr pünktlich im Startgebiet, jedoch ließ der Morgenwind pünktlich aus und wir hatten Flaute. Eine gute Gelegenheit für unseren Skipper Peter, eine Runde Schwimmen zu gehen und das Boot zu inspizieren.

Badespass in der herbstlichen Adria

Zu Mittag ist dann endlich der Wind angesprungen und eine Brise mit 2 bis 3 Windstärken hat uns eine feine Abschluß-Wettfahrt ermöglicht.

Unsere Gesamtplatzierung konnten wir auf Rang 7 verbessern, ein Ergebnis das unsere Grundanforderung – besser als letztes Jahr – erfüllt. Tendenz steigend.

Mit den Abläufen an Bord ist es heute deutlich besser gelaufen als an den letzten Tagen, Verbesserungspotential bleibt aber bestehen.

Die Siegerehrung

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Freitag, 13. Oktober 2017 –
Unsere Zusammenfassung und unsere schönsten Fotos

Den heutigen letzten Tag nach der Regatta haben wir zum freien Segeln genutzt. Der Wetterbericht war vielversprechend mit endlich mal ordentlich Wind bis 20 Knoten.

Nach dem Frühstück haben wir gleich mal das obligate Volltanken erledigt und bis dahin ist auch schon der Wind angesprungen.
Auf einem wunderbaren Raumschotkurs mit Spinnaker haben wir nach rund 3 Stunden die Insel Kaprije erreicht.
Dort mussten wir am Fähranleger anlegen, der Hafenmeister hat nichts anderes erlaubt.
(Auf der windzugewandten Seite, mit viel Welle und einem aufwändigen Ablegemanöver- Ärger, Knurr, …)

Dafür hatte die Pizzeria direkt am Hafen offen und wir haben das erste Mal in dieser Woche ein warmes Mittagessen genossen.

Das Ablegen war etwas tricky, weil uns der Wind mit 20 Knoten an die Mole gedrückt hat. Aber für fünf erfahrene Segler ist auch dieses Thema mit guter Manövervorbereitung kein echtes Problem.

Wir sind dann noch rund Kaprije und dann auf einem feinen Kreuzkurs mit bereits gerefftem Großsegel direkt zurück in unseren Ausgangshafen Jezera gesegelt.

Gute Laune beim Abendessen und ein langer Tisch bunt durchgemischt mit zwei steirischen und der Schweizer Crew war heute der freundschaftliche Abschluß einer wunderbaren Segelwoche.

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In 3 Etappen habe ich nun Europa von Westen nach Osten auf dem  EuroVelo 6 durchquert. Ein kleines Stück in Rumänien fehlt noch – von Russe bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Dieses Stück werde ich gemeinsam mit Lisbeth als Boot + Bike Reise noch nachhholen.

Der ursprüngliche Plan war ja die Donau von der Quelle bis zur Mündung zu fahren. Unterwegs zu diesem Ziel war das mit dem EuroVelo 6 Radweg – der vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer führt – aber nicht zu übersehen und so habe ich letztes Jahr meinen Reiseplan erweitert und mir den (kleinen) Rest im Westen für dieses Jahr vorgenommen.

Da es schwer ist einen Partner für eine 30 tägige Reise zu finden und da ich ohnehin gerne alleine unterwegs bin (u.a. auch weil man so intensiveren Kontakt zu Land und Leuten hat) ist es diesmal wieder eine Soloreise geworden.

In den dünner besiedelten Gegenden im Westen von Frankreich in denen wirklich fast niemand eine Fremdsprache spricht und die Radwege noch sehr spärlich frequentiert waren, war das dann schon ein wenig einsam.
Entlang der Loire (auf dem Rückweg vom Atlantik) war es dann schnell besser. Weniger wegen der Einheimischen – die Radwege waren hier besser frequentiert, überwiegend mit mulitlingualen Radfahren (bei den Engländern bin ich mir da nicht so sicher – die sind ihren Nachbarn im Punkt Einsprachigkeit vielleicht sehr ähnlich).
Das letzte Stück in Frankreich, am Rhein und den Bodensee entlang habe ich mir dann aber die Ruhe und Gelassenheit der Bretagne zurückgewünscht.

Wenn es um die schönste Gegend der Reise geht dann gewinnt die Bretagne mit Abstand.

Wenn es um Kuriositäten geht gewinnt die Kanalbrücke über die Loire.

Ein wichtiger Eindruck -den ich auch schon auf früheren Reisen hatte – ist, daß Radfahrer (und sicher auch Wanderer) viel freundlicher aufgenommen werden als Auto-Touristen.  Ein Hinweis auf Austriche und Vienne schadet der Freundlichkeit dabei in keiner Weise!

In den letzten Tagen bin ich mehrmals nach meinen nächsten Reiseplänen gefragt worden – die gibt es noch nicht.
Aber nach Ost/West wäre doch Nord/Süd  naheliegend, oder?

 


Da der Blog jetzt geschlossen ist habe ich die Beiträge nachträglich chronologisch sortiert. (Der erste Beitrag kommt gleich nach dieser Zusammenfassung und dann die Beiträge nach Datum aufsteigend)


 

Danke für das Interesse beim Lesen, mir hat das Schreiben meiner Tagesberichte Spaß gemacht und ich hoffe daß es auch unterhaltsam zu lesen war.

Liebe Grüsse
Gerhard

 

 

Gesamtstatistik

Start:  Paris
Ziel:    Feldkirch

Gesamtkilometer:                                3.056 km
Gesamthöhenmeter:                         16. 213 m

Durchschnitlliche Kilometer/Tag:      102 km
Durchchnittsgeschwindigkeit:         16,22 km/h
Durchschnittliche Fahrzeit/Tag:       6 1/2 Stunden


Werkstattbericht

  • Mittwoch,, 24.5.17  Befestigung hinterer Kotflügel nachgezogen,,,,,, ogen.
  • Sonntag, 28.5.17 Befestigung linker Z-Träger gebrochen. Mit Kabelbinder befestigt.
  • Mittwoch, 31.5.17 Kette geölt. (Wie immer nach Regentagem).
  • Freitag, 2.6.17 Schraube am rechten Z-Träger wieder befestigt.
  • Sonntag, 4.6.17 Hintere Bremsbeläge gereinigt (Schleifgeräusche am Hinterrad) Wie immer nutzen sich die Beläge ungleich ab. Rechtzeitiger Links – Rechts Wechsel  könnte die Lebensdauer der Beläge deutlich erhöhen. 
  • Freitag, 9.6.17 Hintere Bremsbeläge gewechselt
  • Samstag, 10.6.17 2.000er Inspektion: keine Beanstandungen.
  • Montag, 12.6.17 Keine Pumpe mehr.
  • Mittwoch, 14.6.17 Neue Pumpe am Getränkehalter montiert und hinteren Reifen aufgepumpt.
  • Die Kette macht langsam Probleme beim Schalten. Mein Spray ist alle – muß morgen einen Radladen finden oder eine Tankstelle (gibt nicht viele am Radweg) 
  • Gleich beim Wegfahren bin ich zu einem super Radshop gekommen. Das Spezial-Kettenöl hat gut geholfen – die Kette ist trotzdem hinüber. Bis Bregenz hält sie aber sicher noch durch.
  • Fahrrad an der Tanke gewaschen. (Immer Vorsicht mit den Hochdruckreinigern –  aber total verdreckt ins Auto ist auch nicht das Wahre) 
Jetzt geht es mit
Beschreibungen und Bildern
vom jeweiligen Tag
durch die Reise
Gerhard

So, der Bus nach Paris ist für nächsten Samstag gebucht.

Lieber wäre ich ja mit dem Zug gefahren, aber für die Strecke Wien-Paris (mit Fahrrad) hätte ich 9-mal umsteigen müssen und einen Preis konnte mir die ÖBB Buchungsplattform auch nicht nennen …
Meine Beschwerde bei der ÖBB wurde zwar freundlich entgegengenommen und man hat mir erklärt warum die Welt so schwierig ist aber das war’s dann auch. Nun ja, die Fernbus Unternehmen freut’s.

Ich werde am Sonntag früh ( 21. Mai) in Paris ankommen und entlang der Seine in Richtung Atlantik starten. Von dort dann mehr.

Jetzt noch etwas Technisches:

Ich verwende für diesen Reisebericht eine neue Plattform die manches einfacher macht.
Lesen kann die Berichte jeder und wer über neue Berichte automatisch informiert werden will der trägt sich links im Feld INFO BEI NEUEN BEITRÄGEN? ein.  (Man kann sich genauso leicht wieder austragen)

Ihr könnt den Link gerne an interessierte Freunde weitergeben
(oder deren e-mailadresse direkt eingeben )

LG Gerhard

Die letzten Tage habe ich mich mit der Detailplanung der Tour beschäftigt und eine deutschsprachige Seite für französische Radrouten gefunden.

Internationale Radwege, wie der Eurovelo-6 sind ja kein Problem, da ist auch der französische Teil auf Deutsch oder Englisch verfügbar. Aber für innerfranzösische Routen wie der Strecke von Paris an den Atlantik gibt es nicht viel fremdsprachliches.
Aber jetzt bin ich ja fündig geworden.

http://de.france.fr/de/info/radwege-frankreich

Statt von Paris der Seine entlang fahre ich jetzt die VeloSCENIC nach
Le Mont Saint-Michel.

Von dort fahre ich dann durch die Bretagne zur Mündung der Loire nach
Sainte Nazaire. Ob der Küste entlang oder gerade durch das entscheide ich erst vor Ort.( Der Küste entlang ist es einige hundert Kilometer länger, aber wahrscheinlich auch viel schöner)

Und von Sainte Nazaire geht es dann – so wie von vorne herein geplant – auf der Eurovelo-6 die Loire aufwärts nach Osten.

Enden wird die Tour in Zürich (bei Tobias)


  • ReiseGepäck: 16 kg   Verteilt auf 4 Seitentaschen und eine Lenkertasche.
  • Abfahrt Wien: 20.5.  10:30
  • Ankunft Prag: 20.5.   14:35
  • Abfahrt Prag: 20.5.    16:45
  • Ankunft Paris: 21.5.  07:05

Die Fahrt nach Prag verlief problemlos. In Prag gab es dann 2 Haltestellen. Hauptbahnhof und Busbahnhof. Auf meinem Ticket stand Haupbahnhof, also bin ich dort ausgestiegen … das ist aber kein guter Platz für jemanden mit Fahrrad oder mit viel Gepäck. Eine windige Straße und die Infrastruktur ist nur über steile Stufen erreichbar. 

 

So richtig geärgert habe ich mich aber erst als mein ParisBus gleich nach der Abfahrt am Busbahnhof halt gemacht hat. Das ist  ein moderner Bahnhof der “alle Stückerl spielt” – auch für Radreisende. 

Jetzt geht es mit 4 Zwischenstopps in Deutschland und mit WLAN nach Paris. Planmäßige Ankunft 7 Uhr. Gerade die richtige Zeit für Kaffee und Brioche. Von dort melde ich mich dann wieder. 

Der Flixbus ist heute um 6:45 Uhr in Paris angekommen. Ganz Paris hat noch geschlafen,  der Himmel war wolkenlos und außer ein paar Touristen mit Kameras hat ganz Paris noch geschlafen.

Aber ich will ja nicht über Paris erzählen,  schaut euch also einfach die Fotos an. 




Da müssen die Kunstfreaks Schlange stehen. 


Ja, und da habe ich dann so gegen 1/2 9 ein Frühstück bekommen. 

Dass ich in Versailles vorbeischaue war Pflicht (es lag ja fast am Weg) 

Anders als eim Sonntagmorgen im Zentrum, ist ein Sonntagmittag in Versailles. nicht zu empfehlen.  Das ist ein ausgewachsener Almauftrieb.

 An einen Rundgang mit Fahrrad braucht man auch gar nicht zu denken, da sei die Sicherheitskontrolle vor. Und eine Möglichkeit das Rad sicher zu deponieren gibt es klarerweise auch nicht. Na gut probiert habe ich es und der Wille – sagt man –  zählt ja fürs Werk. 

Jetzt aber zu meinem ersten Stück Radweg dem VeloScenic. Vielleicht wird der ja in Folge noch gut,  das erste Stück aus Paris heraus war heute jedenfalls eine Katastrophe.  Der Radweg ist in keiner Weise beschrieben und ohne meinen GPX Track wäre ich nicht weit gekommen. Es war auch mit dem Trick noch schwierig genug es gibt in Paris viele Rad und Joggingwege.  Zum Teil sind es gemeinsam genutzte Wege,  aber zwischendurch gibt es immer wieder Stücke die nur für Jogger reserviert sind und da gibt es dann Barrieren die nur schwer zu überwinden sind.  Routenführung durch absolutes Fahrverbot,  Routenführung über Elendslange Treppen,… 

In Versailles habe ich dann zum erstenmal das Radweg Logo gesehen. 

Nachdem ich nun schon mal beim motschgern (wienerisch für lustvolles Jammern) bin hier noch etwas zum Logo des Radweges: Dss Logo mag künstlerisch ja sehr wertvoll sein, auf einem Straßenschild macht es aber einfach nur den Eindruck als hätte da jemand was über das Schild geklebt. 

 
Ich in heute bis Rambouillet gekommen. Laut Wikipedia liegt das 50 km außerhalb von Paris. Bei der Routenführung des VeloScenic (inklusive der Ehrenrunden in Paris selbst)  bin ich aber auf über 100km gekommen. 

Was mich positiv stimmt ist dass die Beschilderung gegen Ende der Tagesetappe immer besser geworden ist und sich viele Wegstücke wirklich abseits der Autostraßen befinden. Die Gegend hier ist jedenfalls ausgesprochen hügelig,  ihr seht das Ergebnis dann in der Tagesstatistik. 




Tagesstatistik

Start: Paris Zentrum
Ziel: Rambouillet 
Tageskilometer: 107 km
Aufwärts: 792 m
Abwärts: 699 m
(Rambouillet liegt deutlich höher als Paris) 

 

Der heutige Tag hat mich mit dem VeloScenic wieder versöhnt.  Viele von Straßen getrennte Wege durch Parkanlagen, durch Wälder und  Felder und wenn auf Straßen dann auf nur wenig befahrenen Nebenstraßen mit dem Partnerschafts Schild. 

In und um Rambouillet gibt es eine Menge Schlösser und Parkanlagen. 

 Leider wird da gerade renoviert. 

Danach kamen Schlafdörfer , alte und neue Villen und dann kam Chartres

Da steht eine mächtige Kathedrale am höchsten Punkt der Stadt. Das französische Ehepaar –  mit dem ich am Abend ein Bier getrunken habe –  sagt,  dass es die schönste Kirche Frankreichs ist. 


Mittagessen, ein wenig ausruhen, dann ging es weiter nach Iller. 

Dieses Dorf heißt seit einiger Zeit Illier-Combrai nach dem Werk des französischen  Dichters Marcel Proust, der hier Zuhause war. 


Gute Ideen haben sie schon die Franzosen:

Aus einer alten Telefonzelle mal eben einen Bücherbazar gemacht. 

Tagesstatistik

Start: Rambouillet
Ziel:  Illiers-Combrai
Tageskilometer: 91 km
Aufwärts: 467 m
Abwärts: 443 m

Gesamtkilometer: 208 km

 

Heute habe ich einen Abstecher nach Bonneval (Eure-et-Loir) gemacht.Das liegt quer zu meiner Radroute und weil es so schön war bin ich die 20 km gleich 4 mal gefahren. 
Ja stimmt, das ist gelogen.  Aber warum das gelogen ist und was sonst heute so los war und warum das Quartier finden in Frankreich gar nicht so einfach ist,  das erfahrt Ihr morgen. 

Ich sitze gerade in einem “Caravan Park” ohne WLAN und mit nur einem Balken beim Telefonnetz und da macht ein ausführlicher Bericht gar keinen Spaß.