Beim Adria Cup 2017 – Alte Herren auf hoher See

Samstag, 7. Oktober 2017 –
Die Anreise

Um 8 Uhr sind wir von Wien aufgebrochen (Peter hatte schon um 7 mit dem Einsammeln begonnen)…

…und um 15:30 Uhr waren wir dann in Murter.

Blauer Himmel, ein wenig Wind und kühl aber nicht kalt.

Unser Schiff die Virgo (eine First 35) haben wir in der Marina Jezera übernommen.

Unser Heimathafen für die nächste Woche ist die Marina Betina, die am Landweg 3,5 Seemeilen (~6 km) von der Marina Jezera entfernt ist. Mit dem Schiff um die Insel herum sind es 11 Seemeilen (~20 km) und das haben wir bis Sonnenuntergang gerade mal so hingebracht.

Wie Ihr an den Fotos seht war die Überstellung aber keine Qual.

Abendessen, Planung unseres Sonntagstrainings, Rotwein trinken und Nüsse essen – so geht unser Tag nun langsam zu Ende.

Morgen Abend gibt es dann einen Bericht wie wir uns als Crew entwickelt haben und ihr erfahrt mehr über unseren Skipper den Peter.

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Sonntag, 8. Oktober 2017 –
Unser Streifenhörnchen wiegt über 100 Kilo

Heute war Training angesagt. Ein wenig detaillierter würde man sagen Teambuilding und technisches Setup unserer Virgo. Für beides hatten wir durchaus Bedarf. Die ersten Trimmschläge waren vielversprechend, bei den heuer neuen Segeln bemerkt man tatsächlich eine Wirkung trimmen! Dann standen die ersten Spinnaker Manöver am Programm (der Spinnaker ist das schöne bunte Ballonsegel, bei unserem Schiff allerdings in dezentem Grau).

Das zweite Setzen des Spi lief schon perfekt. Jedoch waren wir etwas zu hurtig, so löste sich das Segel als es bereits ganz oben war und trieb neben uns im Wasser. So hatten wir (Segel)wäsche zum Trocknen. Nun galt es das Spifall von ganz oben am Mast wieder herunter zu bekommen. Also ab in den Hafen und Ernst hatte seinen großen Auftritt als Eichhörnchen. Rund 16 Meter Masthöhe und 105 Kilo Lebendgewicht waren für alle Beteiligten (auch für die Kurbler) eine schweißtreibende Angelegenheit.

Nach dieser kurzen Reparatur wollte es die Crew noch ganz genau wissen und bis Sonnenuntergang gingen sich locker noch über 30 Spi-Manöver aus, umso besser mundete der abschließende Manöverschluck, natürlich eine Marille vom Reinhard, Peters Schwiegersohn in spe 😉

Heute sind uns natürlich auch unsere Freunde (und Mitbewerber um den Adria Cup) von der Segelschule Wien auf der Ups begegnet. Überholt haben sie uns nur auf der Fahrt zur Reparatur 🙂 Auch dieses besondere Ereignis haben wir fotografisch festgehalten.

Nun noch ein wenig Seglerlatein:
Auf einem Segelschiff arbeiten der Steuermann, der Großschottrimmer und die Genuatrimmer aus dem Cockpit und dann gibt es die, die auf dem Vorschiff und rund um den Mast arbeiten – von denen sagt man sie seinen in der Bronx zuhause und wenn von denen einer den Mast rauf muß, dann ist der ein Chipmunk – frei übersetzt ein Streifenhörnchen.

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Montag, 9. Oktober 2017 –
Hoch am Wind

Es gibt ein Segel das ist speziell dafür gemacht mit dem Wind schnell unterwegs zu sein. Heute haben wir (die Teinehmer der Aria Cups) dieses Segel (Spinnaker) auch am Wind erfolgreich eingesetzt.
Die Fachleute sprechen da von einer geschrickten Kreuz. Ich habe heute den ganzen Tag gestrickte Kreuz gehört und nicht verstanden von die anderen Deppen am Schiff denn da reden….

Von den Fahrten unter Spinnaker gibt es keine Fotos, da waren wir einfach zu beschäftigt!

Es war heute ein super Segeltag, blauer Himmel, mäßiger bis guter Wind und wie geplant konnten wir heute 2 Wettfahrten absolvieren. Von 14 Teams sind wir auf Platz 7 gelandet. (ein 8. und ein 6. Platz).wenn dieser Trend anhält sind wir voll zufrieden.


Zum Tagesabschluss war dann noch der Steirische Abend angesagt. Maroni, harte Würstel, Schmalzbrote, Kren, Gurkerl, Schilcher und Bier vom Fass bis zum Abwinken. Also gesunde Ernährung für ausgelaugte Segler!

Jetzt um 1/2 12 haben wir uns von den Festlichkeiten zurückgezogen um den Blog fertig zu schreiben.

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Dienstag, 10. Oktober 2017 –
Regattakurs Nummer 3

Nachdem wir gestern 2 kurze Wettfahrten mit je 15 Seemeilen gefahren sind war heute eine Langstrecke mit 32 Seemeilen – der Kurs Nummer 3- auf dem Programm. Dafür braucht man dann bei gutem Wind so 5 bis 6 Stunden.

Start war um 10 Uhr, bei Sonnenschein und angenehmen Wind.
Der Wetterbericht hatte süddrehenden, abnehmenden Wind angekündigt und für den Nachmittag dann noch gebietsweise leichten Regen. (Wer jetzt vermutet, daß diese Prognose ein wenig daneben lag der liegt duchaus richtig)

Der Kurs lässt sich vereinfacht als eine langgezogene Runde beschreiben.
Zuerst mal 10 Meilen gegen den Wind, dann ein Stück querab, 20 Meilen mit dem Wind und dann wieder gegen den Wind hoch ins Ziel (Das ist dann dort wo wir am Vormittag gestartet sind)

Heute sind wir aber für dieses “Kringerl” 10 Meilen gegen den Wind und 30 Meilen mit dem Wind gesegelt.
Wie das geht erklärt euch jetzt Peter:

Unmittelbar vor der letzten Kreuz hat uns dann das schon lange sichtbare Gewitter erreicht und mit einen netten Bö von gut 40 Knoten begrüßt. Alle Segel offen, trotzdem 6 Knoten Fahrt und dabei haben wir noch den Großbaum durchs Wasser gezogen. Mit dieser kurzen Bö hat der Wind umgeschlagen und wir sind statt der erwarteten Kreuz im strömenden Regen auf Vorwind dem Ziel entgegengefahren.

Im Ziel hat es so gewaschelt, dass die Jury unsere Startnummer gar nicht richtig sehen konnte und uns versehentlich einen Rang schlechter plaziert hat (8 und 9 schaut ja wirklich fast gleich aus). Nach einer kurzen Intervention beim Wettfahrtleiter wurde das Klassement schnell richtig gestellt, der heute leider nur 9. Platz reichte aber trotzdem für den 6. Rang im Zwischenergebnis nach 3 Wettfahrten. Die Tendenz nach oben bleibt also trotz schlechterer Einzelplatzierung beibehalten….

Die Analyse unserer Fähigkeiten als Regattasegler lässt aber noch einigen Raum nach oben offen.
Auf den langen Schlägen erkennen wir, daß unser Bootstrimm gerade mal für das Mittelfeld reicht (da sind wir ja auch platziert) Das gilt leider auf allen Kursen. Wir arbeiten aber daran und lassen uns unsere gute Laune dadurch nicht verderben.

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Mittwoch, 11. Oktober 2017 –
Mal schnell die andere Route gewählt

Nach dem nassen Ende des gestrigen Segeltages begann der heutige mit Sonnenschein und nur wenig Wind.

Gleich in der Früh wurde unser Schiff repariert – gestern ist im Sturm ja unser Windmesser vom Mast gerissen worden.

Die erste Wettfahrt wurde nach kurzer Zeit wegen Flaute abgebrochen, wir waren darüber aber nicht unglücklich. Der Start war uns nicht sonderlich gelungen und wir lagen abgeschlagen hinten.

Ab Mittag gab es dann doch ein wenig mehr Wind und wir konnten noch zwei Wettfahrten absolvieren. Es waren Leichtwindbedingungen und die ausgewählten Kurse ermöglichten Optionen bei der Routenführung. Unsere Entscheidungen waren da recht gut und wir konnten uns im ersten Teil der Wettfahrten gut im Mittelfeld platzieren.

Auf den abschließenden Raumschotkursen (über 2 – 3 Seemeilen) mussten wir leider die Grenzen unseres Trimmvermögens erkennen und einige unserer Mitbewerber passieren lassen.

Nach den heutigen Wettfahrten liegen wir auf Platz 8 (von 14 Teams)

Zur Erinnerung: Gestern lagen wir noch auf Platz 6.

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Die letzte Wettfahrt

Über der mittleren Adria liegt ein stabiles Hoch. Aufregende Winde waren daher nicht zu erwarten. Alle Boote waren um 10:00 Uhr pünktlich im Startgebiet, jedoch ließ der Morgenwind pünktlich aus und wir hatten Flaute. Eine gute Gelegenheit für unseren Skipper Peter, eine Runde Schwimmen zu gehen und das Boot zu inspizieren.

Badespass in der herbstlichen Adria

Zu Mittag ist dann endlich der Wind angesprungen und eine Brise mit 2 bis 3 Windstärken hat uns eine feine Abschluß-Wettfahrt ermöglicht.

Unsere Gesamtplatzierung konnten wir auf Rang 7 verbessern, ein Ergebnis das unsere Grundanforderung – besser als letztes Jahr – erfüllt. Tendenz steigend.

Mit den Abläufen an Bord ist es heute deutlich besser gelaufen als an den letzten Tagen, Verbesserungspotential bleibt aber bestehen.

Die Siegerehrung

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Freitag, 13. Oktober 2017 –
Unsere Zusammenfassung und unsere schönsten Fotos

Den heutigen letzten Tag nach der Regatta haben wir zum freien Segeln genutzt. Der Wetterbericht war vielversprechend mit endlich mal ordentlich Wind bis 20 Knoten.

Nach dem Frühstück haben wir gleich mal das obligate Volltanken erledigt und bis dahin ist auch schon der Wind angesprungen.
Auf einem wunderbaren Raumschotkurs mit Spinnaker haben wir nach rund 3 Stunden die Insel Kaprije erreicht.
Dort mussten wir am Fähranleger anlegen, der Hafenmeister hat nichts anderes erlaubt.
(Auf der windzugewandten Seite, mit viel Welle und einem aufwändigen Ablegemanöver- Ärger, Knurr, …)

Dafür hatte die Pizzeria direkt am Hafen offen und wir haben das erste Mal in dieser Woche ein warmes Mittagessen genossen.

Das Ablegen war etwas tricky, weil uns der Wind mit 20 Knoten an die Mole gedrückt hat. Aber für fünf erfahrene Segler ist auch dieses Thema mit guter Manövervorbereitung kein echtes Problem.

Wir sind dann noch rund Kaprije und dann auf einem feinen Kreuzkurs mit bereits gerefftem Großsegel direkt zurück in unseren Ausgangshafen Jezera gesegelt.

Gute Laune beim Abendessen und ein langer Tisch bunt durchgemischt mit zwei steirischen und der Schweizer Crew war heute der freundschaftliche Abschluß einer wunderbaren Segelwoche.

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