Überblick über die Reiseroute

  • Nordseeküste Holland
  • Rhein
  • Main
  • Tauber
  • europäische Hauptwasserscheide
  • Altmühl
  • Donau

Reisewetter

Wir hatten an der Nordseeküste für 2 Tage und in der Folge noch mal für 1 1/2 Tage Regen.
In der 1. Woche waren wir langärmlig, mit langer Hose und zusätzlicher Jacke unterwegs,
dann konnten wir wieder auf sommerliche Radkleidung wechseln und es war nur mehr am Vormittag spürbar kühl.
Positiv betrachtet hatten wir die ganze Reise angenehm kühles Wetter und
erst bei unserer Ankunft in Wien lag die Temperatur wieder nahe bei 30°C.

Reise-Statistik

Gesamtstrecke:   1.820 km
Reisedauer:               18 Tage ( +1 Tag Busreise)
Tagesschnitt:          101 km
⏫ ~5.180 m
⏬ ~5.000 m
Wien liegt auf 180 m Höhe und Amsterdam am Meer.
Die Höhenwerte sind um ca 300 Höhenmeter zueinander angepasst, um Meßfehler durch Luftdruckschwankungen über den Tag (z.B. kühler Morgen – warmer Abend) zu korrigieren.

Jetzt geht es
mit Beschreibungen und Bildern
vom jeweiligen Tag durch die Reise
Gerhard

Eigentlich ist es ja schon heute – am Samstag – losgegangen.
Wir sitzen im Flixbus von Wien nach Amsterdam und werden am Sonntag früh in Amsterdam eintreffen.

Wir – das sind Roman und ich (Gerhard) und unsere Fahrräder.
Unsere aktuelle Radreise führt von Amsterdam entlang Nordsee, Rhein, Main und Donau nach Wien.

Amsterdam – Wien das sind 937 km Luftlinie und auf der Autobahn erledigt man die Strecke mit 1.150 km.
WIr sind da etwas weitschweifiger unterwegs und werden in ca. 3 Wochen an die 2.000 km zurücklegen.

Für die Anreise hat wieder einmal der Reisebus als Transportmittel gewonnen.
Fliegen kommt mit dem vielen Gepäck ja von vorne herein nicht in Frage und die Bahn bleibt auch dieses Jahr mit 4- bis 8-mal Umsteigen und dem Hinweis “Ticket nicht verfügbar” kein Hit.
Für den Streckenteil von Wien bis Frankfurt gibt es Online einen Preis der beim 2,5-fachen des Buspreises für die Gesamtstrecke liegt.

Zuerst werden wir uns in Amsterdam ein ausgiebiges Frühstück gönnen, ein wenig durch das Zentrum radeln und dann in Richtung Westen an die Nordsee fahren.
Dort suchen wir uns ein Quartier und berichten dann von unserem 1. Radtag.

Liebe Grüsse
Gerhard und Roman
… mit genug Luft in Lunge und Reifen

(Wenn man auf eines der Bilder klickt kann man bildschirmfüllend in den Fotos blättern)

Die Busfahrt von Wien nach Amsterdam war ohne umsteigen und damit weitgehend stressfrei. Bei 8 Zwischenstationen mit vielen Fahrgästen die aus- und neu zu-steigen kommt man aber trotzdem nicht viel zum Schlafen.

Nach umfangreichem Stau auf der Tangente und übereifrigen deutschen Grenzwächtern hatten wir eine Stunde Verspätung die auch nicht mehr aufgeholt werden konnte. Damit waren wir um 8 Uhr in Amsterdam und das war okay so.

Verwöhnt von den wochenlangen 30° in Wien war es heute eher kühl – 17 bis 21 Grad hatte Holland zu bieten, unser Frühstück haben wir trotzdem in einem Straßencafe genossen.u

Nach einer Stadtrundfahrt ging es Richtung Westen über Haarlem an die Nordsee.

Vor ein paar Tagen hatte mich jemand gefragt warum wir von Amsterdam nach Wien und nicht umgekehrt fahren, unsere Strecke gehe ja Flussaufwärts… Ja sagte ich, aber die vorherrschende Windrichtung ist Westwind und der schiebt uns in dieser Richtung gut an.

Da stehe ich dazu, aber heute sind wir von Amsterdam nach Westen gefahren und wir hatten satten Gegenwind. Von Zandfoort nach Noordwijk geht es dann nach Süden und da hatten wir aufrischenden Südwestwind von schräg Vorne – das ist auch nicht besser. Die fehlenden Höhenmeter sind uns da gar nicht abgegangen.

Die Niederlande ?? sind für Radfahrer ? ja ein Paradies, hier hat so gut wie jede Straße eine Radspur und gut gekennzeichnete Radrouten gibt es bis zum Abwinken. Wir konnten unsere geplante Tagesetappe an mehreren Stellen verbessern und durch schöne Parks und Dünen–Schutzgebiete fahren.

Statistik:

Strecke: 69 km
Zeit: 04:31 Std
⏫ 259 m  (Brücken rauf .. Brücken runter .. Dünen rauf … Dünen runter …)
⏬ 259 m

Bevor wir jetzt die Bilder für uns sprechen lassen soll ich von Roman noch ausrichten, dass wir trotz des Schlafdefizites stolze 70km durch eine schöne Landschaft geschafft haben und er seinen Hintern spürt:

Beim Frühstück war noch alles trocken, aber als wir unsere Räder aufgepackt hatten nieselte es schon und das blieb so bis Mittag.

Nach meiner verregneten Donautour 2015 hatte ich in “sauteuere” Goretex Regenkleidung investiert und seither keine Regenkleidung mehr (auf dem Rad) gebraucht. Man kennt das ja – nimm den Regenschirm mit und es regnet nicht. Nun heute war die Ausnahme von der Regel und ich habe meine Regenkleidung sehr gut brauchen können. Romans neues Regencape war auch wasserdicht, leider aber auch ein sehr guter Bremsfallschirm.

Der vom Meer hereinkommende Wind hatte über Nacht noch aufgefrischt und die 120% Luftfeuchtigkeit mussten einfach “austropfen”. Wir sind bis Den Haag weiter durch die Dünenlandschaft gefahren und der Wind war heute wirklich schlimm. Bis Hook van Holland lag unser Schnitt unter 15 km/h und das war hart an unserer Leistungsgrenze.

Von Hook van Holland ging es dann ostwärts nach Rotterdam und der Wind der jetzt schräg von hinten kam war uns gar nicht mehr so unrecht …

Unser Quartier haben wir in einem Nationalpark nahe Dordrecht gefunden. “StayOkay” nennt sich das Ganze und es dürften ehemalige Jugendherbergen sein – wie bei uns die “Jufa” Häuser.
Das Zimmer ist OK (Die Betten waren selbst zu beziehen) wir haben was Gutes zu essen bekommen und das Bier ist vom Fass.

Tages-Statistik:
Strecke: 106 km
Zeit: 06:25 Std
⏫ 572 m
⏬ 570 m

Gesamtstrecke: 175 km

 

Wettermäßig war der heutige Tag ganz OK.
Morgens hat es noch etwas genieselt, dann ist der Tag aber trocken geblieben. Dicht bewölkter Himmel, etwas über 20° und leichter Rückenwind – zum Radfahren perfekt. (Nur für’s Fotografieren hat die Sonne etwas gefehlt)

Von unserem Nationalpark-Quartier sind wir nach Kinderdijk zum Windmühlenmuseum gefahren. Man kann das mit dem Windmühlen-Wegweiser auf der Fahrbahn ja kaum verfehlen.

Windmühlen gibt es hier auch ausserhalb des Museums jede Menge. Viele davon wurden als Wasserpumpen eingesetzt, das Land liegt ja hier etwas unter dem Meeresspiegel.

Beeindruckt hat uns bei unserer Fahrt durch die Dörfer eine Gruppe von Müttern und Großmüttern (und Vätern..) die vor der Grundschule auf Ihre Kleinen gewartet haben und diese dann per Fahrrad abtransportiert haben.

Heute übernachten wir in einem B%B bei einem netten älteren Ehepaar.

Tages-Statistik:
Strecke: 85 km
Zeit: 05:16 Std
⏫ 85 m
⏬ 90 m

Gesamtstrecke: 261 km

Irgendwie ist das mit den Radhosen noch nicht das Gelbe vom Ei. Die “high-tech” Einsätze sind immer noch im ZickZackStich mit dem Rest der Hose verbunden und genau da reibt man sich noch immer die Haut auf.

Roman hat da gestern ein Klagelied darüber gesungen, aber Bepanthen über Nacht und Ziegelverband für die Fahrt haben heute die Stimmung deutlich verbessert und so haben wir mit Rückenwind 100km abgespult.

Das Frühstück in unserem Bed&Breakfast war ausgezeichnet und wir sind dann mit besten Wünschen für unsere Tagesetappe verabschiedet worden.

Bis Mittag hatten wir noch Wolken, danach Sonnenschein mit Schäfchenwolken und den ganzen Tag sanften Rückenwind. Von der Landschaft berichten die Bilder besser als ich, aber:

  • den Rhein (eigentlich den Waal) haben wir 2 mal mit Radfähren überquert
  • in Nijmegen haben wir beim Türken holländisches Fastfood (Krokett-Brötchen) gegessen
  • in Tuindrop ist meine Kette gerissenen
  • in Emmerich haben wir eine Apotheke gefunden um mehr von dem “Hintern-Tape” zu kaufen

Eigentlich bin ja froh dass meine Kette gerissen ist, denn jetzt ist das Knacken das mich seit gestern beunruhigt hatte weg. Ich hatte da mein Hinterrad – das ich im Frühjahr neu eingespeicht hatte – im Verdacht. Vielleicht doch nicht so gut gemacht wie gedacht ? Ein Kettenglied war wohl schon seit gestern angebrochen und ist dann heute – bei einer Steigung – endgültig gerissen. Die Reparatur war kein Problem und dank der Gummihandschuhe auch keine bleibend schmierige Angelegenheit.

Heute übernachten wir in einem freundlichen Gasthaus in Haldern. Das ist ein Stück hinter der Grenze in Deutschland.

Morgen könnte dann Düsseldorf unser Ziel sein – mal sehen was das Wetter und unsere Verfassung so machen.

Tages-Statistik:

Strecke: 102 km

Zeit: 05:43 Std

⏫ 138 m

⏬ 112 m

Gesamtstrecke: 363 km

Werkstattbericht:

  • gerissene Kette repariert und gleich mal geölt

Rund um Duisburg gibt es am Rhein nur Industrie, Industrie und Industrie.

Vielleicht wäre es ja auf der anderen Seite des Rheins viel besser gewesen, aber wer weiß das schon wenn er nicht wieder zurück fährt?

Begonnen hat der Tag heute mit Sturmwarnung und Regen. 70 km/h aus Nordwesten, Höchsttemperatur so bei 18°. Zu Beginn hatten wir den Wind von hinten , das war ja ganz lustig. Aber bei der ersten Rheinquerung hatten wir den Wind dann von vorne und das war auf der Brücke gar nicht mehr lustig. Auch auf den Dammwegen ist so starker Seitenwind kein Zuckerschlecken und kalt war der Wind auch noch.

Eigentlich wollten wir ja mit der Personenfähre nach Xanten übersetzen. Die Fähre fährt aber nur jeden 2.Tag und heute war ein 1.Tag.

Bei unserer Bananenpause hat der Wind dann einen Baum hinter uns geknickt, Gott sei Dank hatten wir den Wind von schräg vorne. Da bei uns in der Nähe (Lobau) vor ein paar Jahren eine Frau bei einem Sturm von einem Ast erschlagen wurde hat mich das knirschen trotzdem sehr erschreckt.

Zum Drüberstreuen kam dann noch eine gesperrte Brücke, wegen der wir einige Kilometer zurück und dann einen Umweg über eine stark befahrene Straße machen mussten, dazu.

Bei der Fähre kurz vor dem Ziel durfte Roman für seinen Anhänger €0,50 extra bezahlen, ob der Ärger mit den Fahrgästen diesen Betrag wert ist wage ich zu bezweifeln.

Morgen fahren wir dann die Flaniermeile von Düsseldorf am Rheinufer entlang. Roman hat viele DRUPA’S in Düsseldorf hinter sich und wird da in Erinnerungen schwelgen.

@Rita und @Peter : Roman heute in Blau!

Tages-Statistik:

Strecke: 96 km

Zeit: 05:34 Std

⏫ 335 m

⏬ 344 m

Gesamtstrecke: 459 km

 

Anders als bei unserer Donau an der es nur an wenigen Stellen Industrieareale gibt war der Rhein die Lebensader der umgebenden Wirtschaftsräume. Kohle, Stahl und Chemie nutzten in der Vergangenheit den Rhein als kostengünstigen Transportweg und so ist das Ufer bis heute in weiten Strecken von alten (und neuen) Industriebetrieben belegt. Damit fährt man dann über weite Strecken an den Außenzäunen der Werksgelände entlang.
Erst oberhalb von Köln sind wir auf ein modern gestaltetes Uferareal mit Restaurants, Wohnungen, Sport- und Veranstaltungsbereichen gestossen.

Von Köln bis Bonn (da übernachten wir heute) war die Strecke dann 1A.
Vor Köln war das nicht ganz so. Ein ohne Ankündigung geperrter Abschnitt des offiziellen Radweges zwang uns zum Zurückfahren und zu einem weiten Umweg durch Leverkusen. (Na ja, ein bisschen meckern muss man schon auch, oder?)

Unser gestriges Quartier lag in der Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens. Die Nachtruhe von 22:00 bis 06:00 Uhr wurde exakt eingehalten, aber dann starteten die Fugzeuge im 5 Minutentakt. Manchal weiss man eben erst im Nachhinein warum ein Quartier recht günstig ist. Bei unserem heutigen Quartier war die ruhige Lage daher ein wichtiger Punkt. (Sieht bisher auch recht gut aus…)

Kalt war es auch heute früh, ein wenig über 10° war es schon, aber nicht viel. Kurz nach unserer Anfahrt sind wir stehengeblieben und haben noch eine Schicht und warme Handschuhe angezogen. Der  Nordwestwind und immer wieder ein paar Regentropfen haben uns den ganzen Tag begleitet. (Für morgen sieht die Prognose ganz ähnlich aus)

Tagesstatistik

Strecke: 102 km

Zeit: 06:06 Std

⏫ 221 m

⏬ 202 m

Gesamtstrecke: 561 km

Heute vor einer Woche waren wir schon mit dem Flixbus nach Amsterdam unterwegs. Am Sonntag früh begann dann unsere Radtour.

Nach einer Woche sind wir jetzt 656 km gefahren und wir sitzen ein Stück oberhalb von Koblenz bei einem Italiener an der Uferprommenade und genießen unsere Pizza.

Der Rhein ist hier wieder ein schöner Fluss mit nett hergerichteten Orten und viel Natur in einer hügeligen Landschaft.  Das gefällt uns besser als im Flachland an Industriebetrieben und Hafenanlagen vorbeizufahren, aber so ist der Rhein eben und wir haben eine Erfahrung mehr.

Wir haben noch einen Tag Rhein vor uns dann biegen wir bei Mainz in den Main ab.

 

Heute abend spielt Deutschland gegen Schweden.  Es ist Samstagabend, ein Sieg oder auch ein Verlust – beides wird ausgiebig zelebriert werden.

In Koblenz sind wir durch ein großes Public Viewing Gelände gefahren, hier in unserem Städtchen wird es wohl etwas ruhiger zugehen. Na mal sehen.

 

Tages-Statistik:

Strecke: 96 km

Zeit: 05:40 Std

⏫ 197 m

⏬ 176 m

Gesamtstrecke: 656 km

 

TalTotal so heißt das hier wenn das Rheintal zwischen Koblenz und Bingen einen ganzen Tag lang für den Autoverkehr gesperrt wird.

Da war richtig was los heute – junge Radfahrer, alte Radfahrer, elektrische Radfahrer, Skater und jede Menge Versorgungsstationen am Straßenrand.

Das Wetter hat auch mitgespielt – seit Tagen gab es erstmals wieder Sonnenschein und es war deutlich wärmer.

Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal so nennt sich dieser Abschnitt des Rheintals hochoffiziell und es ist wirklich schön hier. Der Fluss strömt zwischen Hügelketten und es gibt jede Menge Burgen, Burgruinen, schön hergerichtete Ortschaften und den Loreleyfelsen zu sehen.

Die Kirmes in Mainz findet am Rheinufer statt und auch in den Ortschaften davor gab es zu den Marktständen Blasmusik und eine Dixieland Kapelle.

Hier war auch wieder einmal die Radroute gesperrt und war hatten uns schon so richtig schön geärgert bis wir nach dem Zurückfahren die ca.  2×3 Meter große Tafel gesehen haben – größer geht es ja wirklich nicht mehr.

               

Wir sind hier in Mainz dann inn das Maintal abgebogen und noch bis Höchst weitergefahren.

Da kann man ja auch von Tal to Tal sprechen, oder?

Ein richtiger Doppel -Titel also heute! ?

Tages-Statistik: 

Strecke: 107 km
Zeit: 06:00 Std
⏫ 287 m
⏬ 243 m
Gesamtstrecke: 763 km